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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die neue Woche mit Abgaben eröffnet und setzt damit den Abwärtstrend der vergangenen Woche fort. Die internationalen Börsen stehen weiterhin unter dem Eindruck der verheerenden Erdbeben-Katastrophe in Japan. Über das Wochenende seien die immensen Schäden in Japan noch deutlicher zum Ausdruck gekommen und die Angst vor einer Kernschmelze in Atomreaktoren bleibe, hiess es. Die japanische Notenbank hat als Notmassnahme zur Beruhigung der Finanzmärkte insgesamt 15 Bio JPY (rund 171 Mrd CHF) in die Märkte gepumpt. Die Börse in Tokio verzeichnete derweil starke Abgaben, der Nikkei-Index gab um 6,2% nach.
Zu den grossen Verlierern an der Schweizer Börse gehört mit Blick auf die Katastrophe in Japan die Versicherungsindustrie. Insbesondere der Rückversicherer Swiss Re verliert weiter deutlich an Wert. Allerdings wachsen auch die Sorgen um den weltweiten Verlauf der Konjunktur, was bei Zyklikern zu Verlusten führt. Und zu guter Letzt wird die Diskussion um die Sicherheit von Kernkraftwerken und der geplante Bau neuer Werke durch die Vorfälle angeheizt.
Bis um 09.30 Uhr sinkt der SMI um 0,77% auf 6'311,60 Punkte. Der 30 Titel umfassende, um die Gewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) steht 0,74% tiefer auf 1'009,90 Stellen und der breite Gesamtmarkt (SPI) büsst 0,77% auf 5'719,49 Punkte ein.
Die Aktien von Swiss Re (-3,3%) sind am Montagmorgen erneut stark unter Druck gekommen, nachdem die Titel bereits am Freitag mit 3,5% deutlich an Wert verloren hatten. Das Schadensausmass in Japan für die Versicherungsindustrie ist nach wie vor kaum abschätzbar, die Unsicherheiten sind dementsprechend gross. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister AIR Worldwide schätzt die versicherten Schäden, die durch das Erdbeben alleine an Gebäuden verursacht wurden, auf bis zu 35 Mrd USD. Darin seien die Folgen des Tsunami allerdings noch nicht enthalten.
Unter den Rückversicherern dürfte Swiss Re in Japan am stärksten zu leiden haben, so die Meinung. Ausserdem sei das Unternehmen im ersten Quartal bereits vom dritten verheerenden Grossschaden getroffen worden und das Jahresbudget für Naturkatastrophenrisiken bereits aufgebraucht. Die Ereignisse hätten auf der Gegenseite aber den Vorteil, dass die Preise für Rückversicherungsdeckung steigen dürften.
Die Aktien des weltweit tätigen Erstversicherers ZFS geben mit 1,5% ebenfalls überdurchschnittlich nach. Andere Finanzwerte wie Swiss Life (-2,2%), Baloise (-1,5%) oder UBS (-0,8%) dürften unter der schwachen Entwicklung an den Aktienmärkten zu leiden haben. Die Titel der Credit Suisse halten sich mit einem Minus von 0,2% gut.
Zu grösseren Abgaben kommt es auch bei konjunkturabhängigen Aktien. So verlieren Richemont 1,7%, Sonova geben um 1,2% oder Geberit weiten die Abgaben der Vorwoche um weitere 1,0% aus. Die Aktien des Sanitärkonzerns sind vor allem am Donnerstag nach Zahlen stark unter Druck gekommen.
Auf der Gegenseite sind im SMI/SLI einzig Nobel Biocare mit 2,3% im Plus. Synthes und Syngenta notieren unverändert, während die defensiven Börsen-Schwergewichte Nestlé und Novartis mit einem Minus von je 0,7% in etwa im Marktdurchschnitt liegen.
Im breiten Markt brechen die Titel von ADB um 8,4% ein. Heute Morgen wurde überraschend der Abgaben des stellvertretenden CEO Francois Pogodalla bekannt gegeben.
Die Titel von der BKW geben um 6,2% stark nach. Die Diskussion um die Sicherheit von AKW dürfte für die Abgaben eine Rolle spielen. Die BKW betreibt einerseits, das seit Jahren in Kritik stehende Kernkraftwerk Mühleberg und andererseits will das Unternehmen beim Bau von neuen Werken eine Rolle spielen. Die Aktien von Alpiq verlieren 1,0%.
Auf der anderen Seite könnten Aktien von Unternehmen, welche im Bereich der erneuerbaren Energien tätig sind, von der AKW-Diskussion profitieren. So steigen etwa Meyer Burger um 2,1%.
Weiter haben einige Unternehmen Zahlen vorgelegt. Tornos (Aktie: -1,2%), Belimo (-0,7%) und Partners Group (+0,2%) berichteten über das abgelaufene Geschäftsjahr, der Backwarenkonzern Aryzta (-0,5%) über das erste Halbjahr 2010/11. Die entsprechenden Kursbewegungen halten sich jedoch in Grenzen.
mk/ps

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