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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch deutlich fester geschlossen. Beflügelt wurden die Börsen weltweit von guten Quartalszahlen der Unternehmen. Eher beiläufig wurden Konjunkturdaten aus den USA aufgenommen, so stiegen die Hausverkäufe im März etwas mehr an als erwartet. Trotz der "Euphorie am Markt" verwiesen Händler aber auch auf die eher unterdurchschnittlichen Volumen im Vorfeld der Osterfeiertage.
Gefragt waren am Mittwoch vor allem zyklische Werte, während die defensiven Titel und Finanzwerte unter dem Marktdurchschnitt zulegten. An der Schweizer Börse war die Nachrichtenlage eher ruhig.
Der Blue-Chips-Index SMI schloss 1,87% höher auf 6'444,81 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 1,86% auf 1'023,88% und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,75% auf 5'919,5 Zähler.
Clariant-Titel setzten ihren Steigflug nach den deutlichen Avancen vom Dienstag fort und legten am Mittwoch weitere 4,6% zu. Beobachter erklärten den Anstieg weiterhin mit dem erfolgreichen Abschluss der Kapitalerhöhung durch das Unternehmen, das am Dienstag zudem weitere Fortschritte bei der Übernahme der deutschen Süd-Chemie bekanntgegeben hatte.
Auch die Richemont-Titel (+3,9%) stiegen den zweiten Tag in Folge stark, während der Anstieg bei den Titeln der Mitbewerberin Swatch (+2,1%) etwas weniger stark ausfiel. Bereits am Vortag war im Markt über starke Zahlen der beiden Luxusgüterhersteller spekuliert worden, nachdem die ausländischen Konkurrenten LVMH und Burberry mit einem hohen Umsatzwachstum vorgelegt hatten.
Starke Avancen verzeichneten zudem die Zykliker ABB (+3,1) und Adecco (+2,8%). Auch Syngenta (+3,0%) legten deutlich zu. Logitech (+2,0%) profitierten von guten Zahlen von US-Technologieunternehmen und erholten sich nach den Verlusten des Vortags.
Gestützt wurde der SMI aber vor allem auch von den Avancen der Novartis-Titel (+2,7%). Im Nachgang an die Publikation der Quartalszahlen vom Dienstag bestätigten unter anderen die Analysten von Standard & Poor's (S&P), BNP Paribas, Credit Suisse oder JPMorgan ihre Empfehlungen "Buy" respektive "Outperform" und "Overweight" für den Pharmatitel.
Auch Roche (+2,4%) tendierten klar nach oben. Der Pharmakonzern erhielt in den USA eine Zulassung für Rituxan bei zwei seltenen Krankheiten sowie für einen HPV-Test bei Gebärmutterhals-Krebsrisiko. Actelion gehörten mit einem Anstieg von 1,5% zu den schwächeren Werten im SMI. Am Vortag hatten die Titel nach eher enttäuschenden Quartalszahlen noch Verluste hinnehmen müssen.
Die schwergewichtigen Nestlé (+1,0) limitierten mit einem unterdurchschnittlichen Zuwachs den Aufwärtstrend der Schweizer Börse etwas. Swisscom (+1,0%) reagierten kaum auf das Bundesgerichtsurteil, wonach der Telekomkonzern die Weko-Busse von 333 Mio CHF nicht zu bezahlen hat. Laut Beobachtern war das Urteil so erwartet worden.
Unter dem Marktdurchschnitt legten zudem die meisten Finanzwerte zu. Bei den Grossbankentiteln schlossen UBS (+1,4%) stärker als CS (+0,7%). Der Bundesrat legte am Mittwochnachmittag die Botschaft zu den "Too-big-to-fail"-Regelungen vor. Trotz der Kritik der Grossbanken sehen viele Marktteilnehmer in einer Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften längerfristig keinen Nachteil für Schweizer Grossbanken.
Als einziger Bluechip schloss der Swiss Re-Titel (-0,2%) im Minus. Der weltweit grösste Rückversicherer Munich Re hatte am Mittwochmorgen für das erste Quartal wegen der Katastrophen in Japan, Australien und Neuseeland tiefrote Zahlen ausgewiesen.
Im breiten Markt fielen Temenos (-5,9%) mit markanten Verlusten auf. Das Bankensoftware-Haus verfehlte mit den vorgelegten Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten klar. Als positiv wurde am Markt immerhin der bestätigte Ausblick und ein Partner-Abkommen bewertet.
Dagegen legten Inficon (+5,0%) nach der Präsentation von Quartalszahlen stark zu. Das Technologie-Unternehmen hat die Erwartungen des Markts übertroffen und zudem den Ausblick für den Umsatz und den Betriebsgewinn erhöht. Auch Von Roll (+4,7%) schlossen nach der Zahlenvorlage deutlich stärker.
tp/uh

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