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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Montag mit deutlich höheren Kursen beendet. Bereits zu Handels-Beginn hatten die hiesigen Dividenden-Titel von guten US-Vorgaben profitiert und blieben dann bis fast zum Schluss mehr oder weniger auf diesem Niveau.
Nach den schwachen Arbeitsmarktdaten vom Freitag machten sich Anleger nun etwas Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed mit ihrem Zinsentscheid am Dienstag weitere Ankäufe von Staatsanleihen verkünden könnte, versuchte ein Börsianer die höheren Kurse zu begründen. Volumenmässig sei den ganzen Tag aber kaum etwas gelaufen, hiess es bei Händlern. "Das Sommerloch ist da - die Umsätze sind entsprechend sehr dünn", sagte einer.
Das Blue-Chips-Barometer SMI schloss 1,11% höher bei 6'391,74 Punkten und damit in der Nähe des Tageshochs von 6'396. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte 0,98% auf 992,88 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,03% auf 5'654,04 Punkte.
Stark zeigten sich die hiesigen Index-Schwergewichte, wobei vor allem Novartis mit einem Plus von 1,9% obenaus schwangen. Fundamentale Gründe für den starken Anstieg konnten Marktteilnehmer allerdings keine ausmachen. Der Titel habe zuletzt einiges an Terrain eingebüsst, was sich jetzt korrigieren dürfte, hiess es etwa. Auch Roche, die sich nach dem starken Avastin-Taucher und dem Fall weit unter die 140-CHF-Marke offenbar stabilisiert haben, legten 0,9% zu auf jetzt 143,00 CHF.
Auch Nestlé (+0,9%) konnten für einmal wieder klare Gewinne schreiben. Das Papier des weltgrössten Nahrungsmittel-Herstellers, der am kommenden Mittwoch seine Halbjahres-Zahlen publizieren wird, hatte zuletzt - u.a. wegen der Hause bei den Getreide- und Kakaopreisen - zur Schwäche geneigt. Im Vergleich zum SMI, der derzeit rund 3% höher notiert als vor zwei Wochen, stehen Nestlé aber noch immer 5% tiefer.
Grösster Gewinner bei den Blue Chips waren am Ende Logitech (+2,1%), ohne dass dazu allerdings fundamentale Gründe vorhanden gewesen wären. Erneut unter den Top-Werten waren auch Transocean (+1,8%) zu finden. Das Papier hatte bereits letzte Woche dank den Erfolgen von BP beim Stoppen des Bohrlochs im Golf von Mexiko 20% zugelegt. Das Papier habe allerdings wegen der Ölpest mehr als die Hälfte verloren und notiere entsprechend noch weit weg vom Höchst im April. Die Aktien des Hörgeräte-Herstellers Sonova (+1,4%) erhielten von einem positiven Kommentar in einer Branchenstudie der Credit Suisse Rückenwind.
Ohne spezielle Nachrichten legen auch Finanzwerte wie Julius Bär und UBS (je +2,1), Bâloise (+1,5%) oder Swiss Re (+1,1%) klar zu. Nach den verschiedenen Rückstufungen der Vorwoche hat am Montag nun auch noch Goldman Sachs das Rating für Swiss Re auf "Neutral" zurückgestuft, was den Titel nach den letztwöchigen Verlusten (-5,2%) nun aber nicht mehr belaste, hiess es.
Am Ende der Tabelle standen Lonza (-1,1%) und Givaudan (-0,6%). Marktteilnehmer sprachen hier in erster Linie von Gewinnmitnahmen, nachdem die Werte zuletzt zu den besten Performern gehört hätten. Bei Petroplus (-0,5%) hat Merrill Lynch die Empfehlung auf "Neutral" von bisher "Buy" zurückgenommen. Im Urteil des US-Brokers warten im dritten Quartal eine Reihe von Herausforderungen, die auf die Marge drücken werden.
Im Mittelfeld zeigten sich Swisscom (+0,8%). Swisscom-Chef Carsten Schloter hat sich gegenüber der Wochenendpresse verärgert über Apple gezeigt. Aufgrund von Lieferengpässen beim neuen iPhone 4 habe Swisscom nur etwa 10% des absetzbaren Volumens verkauft, sagte er. Ausserdem hat der Konzern am Kapitalmarkt 750 Mio CHF aufgenommen für die Rückzahlung von Bankschulden.
Im breiten Markt fielen Inficon nach über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen und einer Erhöhung der Jahresprognose bei überdurchschnittlichem Volumen 0,3% zurück. Genolier gaben angesichts der anhaltenden Streitigkeiten im Verwaltungsrat um 1,4% nach. Unter den grössten Gewinnern waren u.a. Accu (+10,7%), Evolva (+8,0%) und Schlatter (+4,7%). Schwach tendierten u.a. Global Natural (-7,7%) oder New Venturetec (-5,8%).
uh/cc

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