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AKTIEN SCHWEIZ/Schluss: Klare Verluste - Unsicherheiten und US-Daten belasten

Dieser Inhalt wurde am 20. Mai 2010 - 18:15 publiziert

Zürich (awp) - Nach moderaten Kursgewinnen im Vormittagshandel hat der Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag ins Minus gedreht und die Verluste anschliessend akzentuiert. Die europaweiten Abschläge wurden im Handel auf verschiedene Faktoren zurückgeführt. So hiess es, am Markt machten sich immer mehr Ängste vor einer verbotsorientierten und damit restriktiveren Finanzpolitik breit. Auch die Befürchtungen, das deutsche Leerverkaufsverbot könnte europaweit ausgedehnt werden, habe belastet.
Daneben hätten es Unsicherheiten über die zukünftige Besteuerung des Finanzsektors in Grossbritannien gegeben. Ausserdem sei auch der wieder fallende Euro zum Anlass genommen worden, Positionen aufzulösen, sagten Händler. Am Nachmittag wurde Abwärtstrend dann zusätzlich verstärkt durch schwache US-Konjunkturdaten und durch die negative Performance der Wall Street.
Bei Börsenschluss sank der SMI um 1,76% auf 6'262,42 Zähler. Das Tageshoch lag bei 6'438 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 1,95% auf 954,02 Punkte, der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,85% auf 5'519,35 Punkte.
Am Tabellenende schlossen zyklische und konjunktursensitive Werte wie Clariant (-6,2%), Adecco (-3,8%), Richemont (-3,7%), Swatch (-3,2%), Petroplus (-2,9%) oder ABB (-2,9%). Richemont verhandelt einem Pressebericht zufolge über einen Einstieg beim Münchener Brillenhersteller Rodenstock, was am Markt aber als kaum kursrelevant eingestuft wurde. Kühne + Nagel verloren 3,5% oder 3,60 CHF, allerdings belastete hier auch der Dividendenabgang von 2,30 CHF.
Lonza wurden um 2,7% zurückgenommen. Der Lifesciencekonzern hat unterdessen die in der Vorwoche angekündigte Akquisition der US-Gesellschaft MODA Technology Partners abgeschlossen.
Auch einige Finanzwerte rutschten deutlich ab. Händler verwiesen dabei weiter auf Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Leerverkaufsverbot und dessen Folgen. Die stärksten Verluste im Sektor gingen zu Lasten von UBS (-2,4%) und CS (-1,8%). Dagegen notierten Bâloise (-0,6%), Julius Bär (-0,8%) und Swiss Re (-0,9%) - trotz Kursverlusten - an der Tabellenspitze.
Mit unterdurchschnittliche Abgaben schlossen auch die defensiven Indexschwergewichte Nestlé (-1,3%), Novartis (-1,5%) und Roche (-1,7%). Die Experten von Merrill Lynch haben ihre Sektorempfehlungen überarbeitet und den Healthcare-Sektor auf "Overweight" angehoben. Als Grund nennen die Experten unter anderem die Wachstumschancen der Branche in den Emerging Markets, die attraktive Bewertung sowie den defensiven Charakter des Sektors.
Kursgewinner gab es im SMI/SLI mit Actelion (+0,3%) nur einen. Auf Actelion folgten Swisscom (-0,3%), dann einige Finanzwerte.
In der zweiten Reihe standen Santhera (-43,0%) unter massivem Verkaufsdruck. Das Unternehmen erlitt einen herben Rückschlag und teilte mit, in einer Studie mit Catena in Friedreich-Ataxie den primären Endpunkt verfehlt zu haben.
Dufry (-1,4%) konnten die frühen Gewinne nach Erstquartalszahlen nicht halten. Der Reisedetailhändler hat sowohl seinen Umsatz als auch den Gewinn teils kräftig gesteigert. Inficon (Akie -4,9%) meldete derweil den Vollzug der Übernahme der Micro-Gas-Chromatographie-Produktelinie von Agilent Technologies.
OC Oerlikon (-7,7%) setzten die Berg- und Talfahrt der vergangenen Tage fort. Dagegen schlossen Groupe Minoteries (+6,0%), die am Vortag 8,3% eingebüsst hatten, an der Tabellenspitze.
ch/mk

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