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Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt hat der Aufwärtstrend der vergangenen sieben Tage am Donnerstag ein vorläufiges Ende gefunden. Im Einklang mit den anderen Handelsplätzen schlossen die Indizes deutlich im Minus. Nachdem die Börse am frühen Nachmittag noch im Plus notiert hatte, sorgten schwache US-Konjunkturdaten für einen deutlichen Stimmungsumschwung. Gegen Handelsende erholten sich die Indizes allerdings noch etwas von den Tiefstwerten.
Belastend wirkten insbesondere die am Nachmittag veröffentlichten Philadelphia-Fed- und Empire-State-Index der Notenbanken von Philadelphia und New York. Diese deuteten auf eine Abschwächung der Geschäftstätigkeit in den jeweiligen Regionen hin. Händler nannten dies zum Teil allerdings als absehbar, nachdem die US-Notenbank am Vorabend bereits ihre Prognose für das US-Wachstum gesenkt hatte: "Wie erwartet hat die Zentralbank gewusst, was ihre regionalen Vertreter an schwachen Zahlen veröffentlichen werden", kommentierte ein Marktteilnehmer.
Der SMI schloss 0,65% tiefer bei 6'291,07 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab 0,86% auf 961,86 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss um 0,60% tiefer auf 5'558,11 Punkten.
Zu den klaren Verlierern unter den SMI/SLI-Titeln gehörten Clariant (-3,3%), deren Aktien von den Analysten von Goldman Sachs zurückgestuft wurden. Auch SGS (-3,0,%) verloren deutlich, obwohl die Warenprüfgesellschaft einen Halbjahresabschluss vorlegte, der von Analysten als solide bezeichnet wurde. Offenbar blieb aber die positive Überraschung aus, auf die einige Marktteilnehmer spekuliert hatten. Nach der starken Performance der Vortage dürften nun Gewinne mitgenommen worden sein.
Deutliche Verluste mussten auch Transocean (-2,8%) hinnehmen. Am Donnerstag brach BP einen neuen Versuch zur Abdichtung des Bohrlochs im Golf von Mexiko ab. Damit bleibe weiterhin nicht abzusehen, wann es gelinge, das ausströmende Öl einzudämmen, hiess es in Handelskreisen.
Auch bei den Valoren der CS (-2,6%) kam es zu weiteren klaren Abschlägen. Die am Mittwoch begonnenen Durchsuchungen der CS-Filialen in Deutschland könnten bis am Freitag andauern, hiess es am Donnerstag von Seiten der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Auch UBS (-1,3%) schlossen mit deutlichen Abschlägen, nachdem der Abschluss der US-Bank JP Morgan trotz höherem Quartalsgewinn mit Skepsis aufgenommen wurde. Bemängelt wurde insbesondere ein Rückgang beim Investmentbanking.
Novartis (-1,0%) konnten die klaren Gewinne vom Handelsbeginn im Tagesverlauf nicht halten. Am Morgen war das Pharmaunternehmen noch mit deutlichen Kursgewinnen gestartet, da es mit seinem Halbjahresergebnis die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen übertreffen konnte. Am Nachmittag kam es dann aber zu Gewinnmitnahmen. Die Valoren der Konkurrentin Roche (+0,4%), die am kommenden Donnerstag ihre Semesterzahlen vorlegt, gehörten dagegen zu den wenigen SMI-Titeln, die im positiven Bereich schlossen.
Am meisten zulegen konnten am Donnerstag unter den SMI/SLI-Valoren die Medtech-Titel Sonova (+1,0%) und Synthes (+0,8%). Auch Lonza (+0,5%) gehörten zu den Gewinnern des Handelstages. Das Unternehmen hat mit Elusys Therapeutics ein Abkommen zur Produktion des Anthrax-Gegengifts Anthim abgeschlossen.
Im breiten Markt gaben Schulthess nach einer Gewinnwarnung 3,7% nach. Das Unternehmen kündigte am Morgen einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr von rund 10% sowie Sonderkosten für die laufenden Restrukturierungsmassnahmen an.
Im Gegensatz dazu konnte Goldbach Media (+7,6%) deutlich zulegen, nachdem der Werbevermarkter bekannt gab, dass er neu ab 2011 auch die Schweizer Werbefenster von Sat.1 und Kabel 1 vermarkten wird. Der Auftrag wurde Publigroupe abgejagt, deren Titel um 0,9% nachgaben. Cytos (+5,1%) zeigten sich nach einer Vereinbarung mit Singapur zur Entwicklung eines Grippe-Impfstoffes ebenfalls stark.
tp/uh

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