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AKTIEN SCHWEIZ/Verlauf: Gewinne ausgeweitet - Finanzen und Zykliker vorne

Dieser Inhalt wurde am 27. Mai 2010 - 13:40 publiziert

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat seine Gewinne bis zum Donnerstagmittag weiter ausgebaut. Damit setze sich die technische Erholung von den Verlusten der vorangegangenen Tagen fort, meinten Händler. Zur Entspannung der Situation habe im Verlauf des Morgens ein Dementi des chinesischen Staatsfonds geführt. Medienberichte, dass China seine Bestände an europäischen Staatsanleihen überprüfen wolle, hatten gestern die US-Börsen auf Talfahrt geschickt.
Die Erholung wird in der Schweiz wie bereits am Vortag von den Finanzwerten und zyklischen Aktien angeführt. Unter Druck stehen hingegen nach schwachen Zahlen die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont. Ob die Finanzmärkte nach den heftigen Verwerfungen der vergangenen Wochen bereits wieder zur Normalität übergeht, sei allerdings noch dahingestellt, hiess es.
Das Blue-Chips-Barometer SMI steigt bis um 12 Uhr um 1,38% auf 6'252,51 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt 1,56% auf 958,77 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,52% auf 5'524,15 Punkte.
Richemont verlieren nach Jahreszahlen 0,8%, haben allerdings die Tiefwerte hinter sich gelassen. Richemont hat die Schätzungen der Analysten beim Umsatz zwar übertroffen, beim Gewinn allerdings weit verfehlt. Am Vortag hatte der Titel im Erwartung guter Zahlen noch deutlich zugelegt. Nach den zum Teil deutlichen Schätzungserhöhungen sei die Erwartungshaltung des Marktes wohl über das Ziel hinaus geschossen, sagte ein Beobachter. Darum hätten nach dem anfänglichen Rückgang erste Gelegenheitskäufe eingesetzt.
Die Aktien der Konkurrenzpapiere Swatch werden mit minus 0,2% in Sippenhaft genommen.
Novartis (Aktie: +0,4%) musste das Scheitern des Produktkandidaten EPO906 bei der Behandlung von Eierstockkrebs eingestehen. Allerdings habe es hierbei ohnehin um ein risikobehaftetes Projekt gehandelt, für das sie keine Schätzungen in ihre Modelle hätten einfliessen lassen, schreibt die Researchabteilung der Bank Vontobel.
Allerdings werden wie auch Vortag auch heute Roche (+1,7%) von den Investoren bevorzugt. Diese haben einen Rechtsstreit mit dem Biotechnologie-Unternehmen Qiagen über Vertriebsrechte für gewisse Diagnostika beigelegt.
UBS (+2,6%), Credit Suisse (+1,3%) und Julius Bär (+2,7%) setzen ihre am Mittwoch gestartete Erholung fort und haben ihre Gewinne im Tagesverlauf deutlich ausgebaut. Julius Bär profitieren dabei von einer Höherstufung durch die UBS auf "Neutral" von zuvor "Sell". Im Versicherungssektor steigen Swiss Re um 4,2% und ZFS um 2,6%.
Grosse Aufschläge verzeichnen auch verschiedene Zykliker wie Adecco (+1,4%), ABB (+3,3%) und Holcim (+2,7%), die mit etwas Verspätung auf die unerwartet guten Daten zum US-Konjunkturdaten vom Vortag profitieren. Für Kühne + Nagel (+1,2%) hat das CS-Aktienresearch das Rating auf "Outperform" von bisher "Neutral" angehoben. Unterstützend wirkten auch die soliden Frachtstatistiken des Branchenverbandes IATA, hiess es im Handel.
Syngenta (Aktie: +1,5%) hat das Maribo Seed Zuckerrübengeschäft von Nordic Sugar erworben. Die Übernahme ist nach Ansicht von Marktbeobachtern aufgrund ihrer relativ bescheidenen Grösse zwar kaum kurswirksam, stimmt jedoch mit der Strategie des Unternehmens überein.
Im breiten Markt stehen Transocean weiter im Fokus. Deren Aktienperformance hängt unverändert vom Erfolg des Britischen Ölkonzerns BP in der Bekämpfung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ab. Der nach Angaben von BP bislang planmässige Verlauf der Operation "Top Kill" zum Verschliessen des Bohrlochs schlägt sich bisher in einem Kursplus von 5,4% für Transocean nieder.
Neben Transocean verzeichnen Schaffner (+9,9%) und Affichage (+6,4%) grössere Aufschläge.
OC Oerlikon sinken am dritten Tag der laufenden Kapitalerhöhung um 9,1%. Allerdings hatten die Titel in den letzten beiden Tagen um über 40% angezogen. Für Verunsicherung habe zudem ein Zeitungsartikel gesorgt, wonach das Unternehmen den Abbau von weiteren 1'700 Stellen plant. "Das ist alter Wein in neuen Schläuchen", sagte ein Branchenkenner. Die Zahl sei seit fast zwei Monaten bekannt.
ra/ps

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