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Zürich (awp) - Die Schweizer Börse zeigt sich am Dienstag gegen Mittag leicht fester. Nach den Abgaben am Vortag habe eine technische Reaktion eingesetzt, begünstigt auch durch die freundlichen Vorgaben aus den USA und aus Fernost. Eine Stütze bietet dem Markt zudem die Nachfrage nach den Indexschwergewichten Nestlé. Ein Händler führte das Interesse am Nahrungsmittelkonzern auf den defensiven Charakter der Aktie zurück.
Ein wenig würde auch der gegenüber dem Vorabend wieder etwas schwächere Schweizer Franken und überwiegend gute Makrodaten aus Europa stützen, so der Händler weiter. Ansonsten habe sich allerdings an der Lage nichts verändert. So steht weiterhin die Entwicklung im Nahen Osten im Blickfeld der Anleger. Unternehmensnews allerdings sind aus dem SMI/SLI Mangelware, hingegen sind einige Kurszielanpassungen erfolgt.
Bis um 12.00 Uhr steigt der SMI um 0,66% auf 6'522,12 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewinnt um 0,72% auf 1'041,78 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,70% auf 5'855,37 Punkte. Auch unter den übrigen wichtigen europäischen Märkten werden ähnliche bis teils höhere Kursgewinne erzielt.
Durch die prozentual grössten Avancen fallen im SMI/SLI-Tableau Adecco (+2,9%) auf, die ihre Vortagesabgaben mehr als korrigieren können.
Öltitel würden von den überraschend guten Q4-Zahlen des US-Ölkonzerns Exxon Mobile profitieren, hiess im Handel. So können Petroplus (+2,4%) vor Zahlen am Donnerstag ihre Gewinne ausbauen. Transocean (+1,3%) und im breiten Markt Weatherford (+1,8%) konnten in den USA bereits deutlich zulegen.
Weitere grössere Gewinner sind Clariant (+2,1%). Nestlé (+1,5%), ABB (+0,4%), SGS (+0,9%), Swatch (+1,6%) und Richemont (+1,2%) gehören zu weiteren Firmen, die - teils mehr, teils weniger - von den Entwicklungen im Nahen Osten betroffen sind. Nach Einbussen am Vortag notieren diese Titel nun wieder höher. Nestlé würden zudem von ihren defensiven Qualitäten profitieren. Diese Eigenschaft können hingegen die Pharmawerte Novartis (+0,1%) und vor der morgigen Präsentation des 2010er Abschlusses Roche (-0,3%) nicht ausspielen.
Im Banksektor entwickeln sich UBS (+1,0%) und CS (unv.) unterschiedlich. Am Vortag hatten die Titel zuletzt stärker unter den Unruhen im Nahen Osten und Sorgen über ein neuerliches Aufflammen der Staatsfinanzenkrise gelitten. Gemäss einem Pressebericht soll UBS zusammen mit der Deutschen Bank wieder ins Geschäft mit der Verbriefung von Gewerbeimmobilien-Krediten einsteigen wollen.
Unter den Versicherungstiteln liegen ZFS (+0,6%) oder Swiss Re (+0,2%) mehr oder weniger im Trend.
Nachdem sich Holcim (unv. auf 66,10 CHF) am Vortag besser geschlagen hatten als die europäische Konkurrenz, wurde heute nun noch eine Kurszielheraufsetzung durch Jefferies auf neu 74 von 68 CHF bekannt; unverändert bleibt das "Hold"-Rating. Mitbewerber Lafarge hat gemäss "The Wall Street Journal" im Zuge der Unruhen in Ägypten die Zementproduktion im Land eingestellt. Davon sei allerdings auch Holcim mit ihrer gut 40%-Beteiligung am Werk betroffen, so Marktbeobachter.
In den Logistikwerten Kühne+Nagel (+1,0% auf 123,30 CHF) und im breiten Markt Panalpina (+0,1% auf 120,50) ist man sich uneins. So hat die UBS das Kursziel für die mit "Hold" bewerteten Kühne+Nagel auf 127 von 128 CHF gesenkt und sieht die mit "Buy" eingestuften Panalpina neu auf 140 CHF (bisher 145 CHF). Demgegenüber hat ING die Kursziele für beide Unternehmen erhöht - auf 158 von 140 CHF für Kühne+Nagel (Buy) und auf 138 von 122 CHF für Panalpina (Hold).
Im breiten Markt kommt es in Orascom (+4,6%) und Kuoni (+0,9%) ebenfalls zu einer technischen Reaktion nach "Ägypten-Abgaben" am Vortag bzw. schon Freitag.
Die Luzerner Kantonalbank (+0,6%) hat für Geschäftsjahr 2010 ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen vorgelegt.
Gurit (-2,4%) hat am Montag nachbörslich Umsatzzahlen publiziert und die EBIT-Prognosen präzisiert. Der zuständige Analyst der Bank Vontobel schreibt von einer schwachen Umsatzentwicklung und einer nach unten revidierten Guidance.
Besser hat sich zwar das Geschäft bei Tornos (-1,2%) entwickelt. Die Titel würden aber im Zuge von "sell on good news" und in Anbetracht des Währungsrisikos abgegeben, so Marktbeobachter.
HBM Bioventures (+5,5%) können nach dem Verkauf einer Beteiligung mit hohem Gewinn zulegen.
rt/ra

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