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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Mittwoch zu Handelshälfte seitwärts. Die Börse habe Schwierigkeiten eine klare Richtung einzuschlagen, meinen Händler. Während konjunkturabhängige Aktien zumeist zulegen, drücken Novartis und die Grossbanken auf die Stimmung. Am Nachmittag werden aus den USA noch Daten zum Grosshandel und der Ölbericht des Energieministeriums erwartet.
Der Handel bleibe vorerst von den Unruhen in der arabischen Welt und den derzeit sehr volatilen Ölnotierungen geprägt. Die Volatilität dürfte noch einige Zeit hoch bleiben, allerdings sei hierzulande nicht mit einem ausgeprägten "Bärenmarkt" zu rechnen, meinte ein Händler. In dieser Woche rückt zudem die Eurokrise wieder vermehrt in den Mittelpunkt. Die Ratingabstufung durch Moody's auf griechischen Staatsanleihen hat dort bereits zu einem Anstieg der Bond-Renditen geführt. Nun bezahlt auch Portugal in der heutigen Auktion von Staatsanleihen hohe Preise.
Bis um 12.00 Uhr gibt der Swiss Market Index (SMI) um 0,06% auf 6'507,13 (Tageshöchst/-tiefst: 6'516/6'485) Punkte nach. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steht 0,08% höher bei 1'049,87 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,02% tiefer bei 5'906,60 Punkten.
Bei den Blue Chips stehen nach wie vor SGS (+2,3%) an der Spitze, wobei die Titel die Avancen bis am Mittag noch ausgebaut haben. In einem Zeitungsinterview hielt CEO Chris Kirk fest, dass der Warenprüfkonzern sehr gut in das neue Geschäftsjahr gestartet sei. Für 2011 rechnet er mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Am Markt werde die geplante Expansion im chinesischen Binnenmarkt besonders geschätzt, meinten Händler.
Andere konjunktursensitive Titel wie Holcim (+0,9%), Nobel Biocare (+1,7%), Givaudan (+1,1%) oder Clariant (+0,8%) haben die Gewinne ebenfalls ausgeweitet. Leicht im Plus notieren auch einige Versicherungen. Swiss Life gewinnen nach einer Kurszielerhöhung durch die UBS 0,2% dazu. ZFS steigen auch um 0,2%, während Swiss Re (unv.) nicht von den guten Zahlen der Konkurrentin Hannover Re profitieren.
Die Grossbankentitel von UBS (-0,7%) und Credit Suisse (-0,2%) bleiben unter Druck. In den USA habe ein Mann vor einem Gericht in Ohio gestanden, auf einem Konto der CS Geld vor den Steuerbehörden versteckt zu haben. Welche Summe auf dem Konto lag, gab das Ministerium nicht bekannt. Der Blick gehe aber auch nach Deutschland zur Commerzbank, die offenbar eine Kapitalerhöhung von bis zu 5 Mrd EUR plane, heisst es Markt.
Uneinheitlich notieren die Index-Schwergewichte Nestlé (+0,2%) und Novartis (-1,1%). Bei Novartis hat eine vorberatende Kommission in den USA zwar eine Zulassungsempfehlung zum Lungenmedikament Arcapta Neohaler/Onbrez Breezhalers (QAB149, Indacaterol) für die Dosis von 75 Mikrogramm abgegeben, sich aber gleichzeitig gegen eine Dosierung von 150 Mikrogramm ausgesprochen. Dies habe zur Folge, dass laufende Studien für Kombinationstherapien auf die geringere Dosis umgestellt werden müssen.
Im breiten Markt gehören die Aktien des Schraubenhandels- und Logistikunternehmens Bossard (Aktie: +5,6%) nach dem Rekordergebnis für 2010 und der höheren Dividende zu den grössten Gewinnern. Ascom (+2,5%) übertraf mit Jahreszahlen ebenfall die Markterwartungen. Ausserdem sollen die Ascom-Aktionäre wieder eine Dividende erhalten.
Auch Panalpina (-1,0%) veröffentlichte den Geschäftsbericht 2010. Der Logistikkonzern habe die Erwartungen erfüllt, schreiben Analysten. Der vage Ausblick, der Dividendenverzicht und die geringen Gewinne von Marktanteilen im Vergleich zur Konkurrenz werden jedoch als Kursbremse angesehen. Die Papiere des Branchennachbars Kühne+Nagel legen jedenfalls um 0,6% zu. Bei der Bankengruppe Valiant liessen Sonderfaktoren den Gewinn im vergangenen Jahr schrumpfen; die Aktie gibt um 1,5% nach.
Derweil entwickeln sich die grossen Gewinner vom Dienstag - Charles Vögele und Schulthess - entgegen gesetzt. Während die Vögele-Papiere (+1,9%) die deutlichen Avancen des Vortages ausbauen, werden bei Schulthess (-0,3%) Gewinne mitgenommen.
mk/uh

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