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Zürich (awp) - Die Schweizer Börse kann am Montag nicht an die Performance von letzter Woche anknüpfen. Zur Mittagszeit notiert das wichtigste Aktienbarometer SMI rund ein halbes Prozent unter dem Stand vom Freitagabend. Händler sprechen in erster Linie von Gewinnmitnahmen nach dem starken Anstieg am Freitag (SMI +1,3%). Allerdings ist das Minus im SMI zum Grossteil auf den Dividendenabgang bei ZFS zurückzuführen. Von den 30 wichtigsten Titeln (SMI/SLI) liegen zur Berichtszeit 20 im Minus, 2 notieren unverändert und 8 im Plus.
Insgesamt wird die Lage an den Aktienmärkten weiter als relativ positiv eingeschätzt. Die ZKB etwa erwartet auf Sicht der nächsten ein bis zwei Wochen zunächst eine holprige Seitwärts-Entwicklung mit temporären Rückschlägen. Mittelfristig, d.h. für die kommenden zwei bis vier Monate, gibt sie sich hingegen weiterhin vorsichtig optimistisch gestimmt. Aktien schienen auch bewertungsmässig noch keineswegs überteuert, heisst es in einem Kommentar.
Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.45 Uhr 0,48% tiefer bei 6'409,25 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) büsst derweil 0,52% auf 1'026,68 Zähler ein. Der breite Swiss Performance Index (SPI), bei dem die Dividenden nicht herausgerechnet werden, verliert derweil lediglich 0,14% auf 5'856,87 Zähler.
Deutlich im Minus stehen die Aktien des Versicherers ZFS (-6,7% bzw. 17,70 CHF). Allerdings werden die Papiere ex-Dividende von 17 CHF gehandelt, so dass sich der Grossteil des Abschlags damit erklärt.
Weiter bergab geht es für Logitech (-4,4%). Die Aktien des Mäuse-Herstellers hatten am Freitag nach einer Gewinnwarnung bereits knapp 16% auf 13,95 CHF verloren. Nun kommt es zu diversen Kurszielsenkungen, etwa durch Morgan Stanley (auf 12,60 CHF), Citigroup (12,00 CHF), BNP (16,00), Goldman Sachs (16,00) oder Cheuvreux (12,00). Die Logitech-Aktie dürfte kurzfristig unter Druck bleiben, weitere Anpassungen von Brokern scheinen möglich. Ausserdem habe Logitech mit der Gewinnwarnung das Vertrauen der Investoren stark strapaziert, heisst es in einem Kommentar.
Unter Druck stehen auch Weatherford (-1,8%) sowie Adecco (-1,3%). Letztere hatten am Freitag nach guten US-Arbeitsmarktzahlen 2,9% zugelegt, heute schlägt nun die Deutsche Bank in einer Sektor-Studie vorsichtigere Töne an. Im Bereich von knapp -1% notieren ausserdem CS, Swiss Life, UBS und Nobel Biocare.
Auf der Plusseite sind Sonova (+3,3%) im Blue-Chips-Segment grösster Gewinner. Nach den Vorwürfen um Insiderdelikte letzte Woche und dem Rücktritt von CEO, CFO und VR-Präsident sei auch in nächster Zeit mit einer volatilen Entwicklung zu rechnen, heisst es. Bereits am Freitag hatte das Papier des Hörgeräte-Herstellers 2,6% zugelegt, heute profitiere die Aktie ausserdem von einer Empfehlung von Kepler. Nach den Kursverlusten der letzten beiden Wochen komme bei Anlegern Ausverkaufsstimmung auf, sagte ein Händler.
Ein klares Plus gibt es auch bei Clariant (+1,8%). Die Aktien profitieren laut Händlern von der Offerte des belgischen Kunststoffhersteller Solvay für den Mitbewerber Rhodia. Wegen des als grosszügig beurteilten Angebots ziehe man hierzulande positive Rückschlüsse auf die Bewertung der hiesigen Chemieunternehmen.
Bei den defensiven Werten zeigen sich vor allem Nestlé (+0,4%) stark, während Roche (-0,4%) und Novartis (-0,2%) nicht mithalten können. Novartis-Konzernchef Joe Jimenez sagte bezüglich Druck auf die Medikamentenpreise in einem Interview am Wochenende: "Wir müssen uns anpassen, sonst enden wir im Haufen der Verlierer. Im Moment haben wir alle Chancen, zu den Gewinnern zu gehören."
Im breiten Markt werden u.a. AFG (+1,2%) beachtet. Edgar Oehler tritt nun auch als Verwaltungsratspräsident und VR-Delegierter an der GV vom 29. April zurück, wie er bekannt gab. Die Machtabgabe könnte als weiterer Befreiungsschlag wirken und dürfte bei der Aktie für Support sorgen, heisst es im Kommentar einer Privatbank dazu. Mondobiotech (-2,1%) verlieren nach News zu Kapitalerhöhung und letztjährigem Resultat.
Bei Feintool (unv.) ist das provisorische Endergebnis der Übernahmeofferte durch die Beteiligungsgesellschaft Artemis bekannt geworden. Der Industrielle Pieper, dem das Vehikel gehört, hält nun über 81% am Lysser Industrieunternehmen und hat damit das alleinige Sagen dort.
uh/rt

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