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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Montagmittag im Einklang mit anderen europäischen Börsenplätzen freundlich. Die Ampeln stehen in dieser Woche an der Börse auf Grün, sagten Marktteilnehmer. Denn die Lage in Ägypten habe sich etwas beruhigt, was viele Marktteilnehmer zur Rückkehr an den Markt bewegt habe.
Der Aufruhr habe jedoch auch das Bewusstsein über die Risiken in den Emerging Markets zurückkehren lassen. Derzeit würden daher viele anlagesuchenden Gelder in die politisch stabileren Industrieländer umgeleitet. Allerdings seien kurzfristige Rückschläge jederzeit möglich.
Der wichtigste Schweizer Aktienindex SMI notiert um 12 Uhr 0,73% höher auf dem Stand von 6'632,58 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) legt derweil 0,90% auf 1'063,84 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,78% auf 5'958,87 Zähler zu.
Julius Bär haben sich nach einem verhaltenen Start bis zum Berichtszeitpunkt mit +3,0% klar an die Spitze der hiesigen Blue Chips gesetzt. Die am Morgen gezeigten Jahreszahlen 2010 haben die Markterwartungen mehr oder weniger getroffen. Beim Nettoneugeld hat die Privatbank gar besser als erwartet abgeschnitten. Wohlwollend wird die höhere Dividende aufgenommen und auch nach dem Aktienrückkaufprogramm über 500 Mio CHF habe die Bank genügend Geld für Akquisitionen in der Kasse.
Die Aktien der Grossbanken UBS (+1,5%) und Credit Suisse (+1,7%) rücken in diesem Sog deutlich vor. Die beiden Institute werden am Dienstag resp. Donnerstag mit den Jahreszahlen aufwarten. Die UBS hat Zeitungsberichten zufolge den Bonuspool um rund 10% oder 500 Mio CHF gekürzt. Die CS hingegen setze auf einen spürbar höheren variablen Anteil und halte damit am Bonus-getriebenen Geschäftsmodell fest.
Bei den Versicherern haussieren Swiss Life um 2,4% und Bâloise um 1,9%. Swiss Re steigen um 0,4%, nachdem am Freitag neue 2-Jahreshöchstkurse markiert wurden. Der Börsenwert liege nach wie vor deutlich unter dem Buchwert des Rückversicherers, sagten Händler. Im weiteren Wochenverlauf werden bei den SMI-Titeln neben den Grossbanken auch der Erstversicherer ZFS (+0,8%) und der Agrochemiekonzern Syngenta (+0,1%) Jahreszahlen präsentieren.
Mit Richemont geht es um 2,0% auf 53,05 CHF nach oben. Das Aktienresearch der Deutschen Bank hat das Kursziel für die Valoren auf 66,50 von 59 CHF erhöht und das Buy-Rating bestätigt. In der gleichen Branchenstudie wurde das Kursziel für Swatch (Aktie +1,2% auf 386,80 CHF) auf 435 von 420 CHF erhöht - das Rating lautet ebenfalls "Buy".
Zyklische Papiere wie ABB (+0,9%), Holcim (+1,1%), Transocean (+1,1%), Adecco (+1,2%) und Geberit (+1,9%) figurieren am Montag ebenfalls auf den Einkaufszetteln.
Defensive Papiere wie Nestlé (+0,4%), Synthes (+0,2%) und Swisscom (+0,2%) liegen hingegen hinter dem Gesamtmarkt zurück. Im Pharmasegment steigen Novartis und Roche jeweils um 0,5%. Letztere scheinen nach der Ergebnisenttäuschung von vergangener Woche - das Papier sank im Wochenvergleich um 2,3% - auf tieferem Niveau wieder Käufer gefunden zu haben.
In Actelion (-1,7%) scheint die Luft hingegen schon wieder entwichen zu sein. Vor dem Wochenende hatten Übernahmespekulationen ein Kursplus von 4% provoziert, entfacht von der Forderung des britischen Hedgefunds Elliot Advisors nach Rücktritten aus dem Verwaltungsrat und dem Verkauf des Unternehmens. Nachbörslich am Freitag wies der Verwaltungsrat die Forderungen allerdings zurück.
Bei den Nebenwerten rücken Orascom DH um 4,4% vor. Die Massenproteste in Ägypten haben laut CEO Samih Sawiris keine Auswirkungen auf das Tourismusprojekt in Andermatt, wie er in einem Zeitungsinterview sagte. Sollte die Krise aber nicht rasch abklingen, werde seine Holding im Hotelgeschäft im ersten Quartal 2011 rund ein Viertel weniger Einnahmen erzielen.
Energiedienst büssen nach Jahreszahlen 1,2% ein. Alles in allem hätten die Zahlen den Erwartungen entsprochen, urteilt die Bank Vontobel.
Auch in Mikron (-4,6%) werden nach dem fulminanten Kurssprung von vergangener Woche Gewinne realisiert.
Feintool legen um 2,1% auf 365 CHF zu und steigen damit weiter über das vom Investor Michael Pieper vorgelegte Angebot über 350 CHF. Die Käufer erhoffen sich eine noch bessere Konkurrenzofferte. Diese könnte von Firmengründer und Grossaktionär Fritz Bösch kommen, der solches in einem Interview mit der Sonntagspresse zumindest nicht ausgeschlossen hat.
ra/uh

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