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Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Freitagmittag nach wie vor fester, auch wenn die Kursgewinne seit Eröffnung leicht zurückgegangen sind. Gute Vorgaben aus den USA und Asien sorgen dafür, dass die Erholung der letzten drei Tagen auch zu Wochenschluss anhält. Davon profitieren in erster Linie Zykliker und Finanzaktien. Die Pharmaschwergewichte drücken dagegen auf den Gesamtmarkt.
Die wöchentlichen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt hätten die Anleger am Vortag beeindruckt, so ein Händler. An der Börse hoffen die Anleger nach dem starken Kursrutsch von Ende Juni auf einen nachhaltigen Stimmungswandel. Auf der anderen Seite seien aber die Sorgen vor einem neuerlichen Abgleiten in die Rezession noch nicht aus der Welt geschafft, heisst es weiter.
Der SMI zieht bis um 12.15 Uhr 0,40% auf 6'180,65 Punkte an. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) erhöht sich um 0,67% auf 947,15 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,39% auf 5'459,56 Punkte.
Die Aktien des Ölbohrkonzern Transocean verzeichnen bei den Blue Chips mit 4,7% die stärksten Avancen. Das von US-Präsident Barack Obama wegen der Ölpest im Golf von Mexiko verhängte Verbot neuer Tiefseebohrungen bleibt weiter ausser Kraft. Das hat ein Berufungsgericht am Donnerstag (Ortszeit) in New Orleans entschieden.
Der Entscheid werde bei Transocean kurzfristig für Entlastung sorgen, die Aktie bleibe aber volatil und stark von der Entwicklung der Lage im Golf von Mexiko abhängig, so ein Analyst. Die US-Regierung werde den Druck betreffend Bohrstopps weiterhin hoch halten.
Syngenta (+3,2% auf 236,90 CHF) haben die Avancen des frühen Handels stark ausgebaut. Die Titel des Agrochemiekonzerns profitieren von einer Ratingerhöhung durch Unicredit auf "Hold" von "Sell". Gleichzeitig wurde das Kursziel auf 248 CHF von bisher 281 CHF reduziert. Nach den jüngsten Kursverlusten sei das Abwärtspotential der Aktien limitiert, so die Begründung.
Die Medtech-Aktien von Synthes avancieren um 3,6%. In einer Sektoreneinschätzung schätzen die Analysten von Morgan Stanley die langfristigen Aussichten teilweise als kritisch ein, kurzfristig seien die Aussichten allerdings attraktiv. Sonova (+0,8%) und Nobel Biocare (-0,3%) unterschiedlich auf den Bericht.
Zu den grössten Gewinnern gehören auch Zykliker wie Adecco (+1,6%), Lonza (+1,3%) oder Logitech (+1,0%) sowie die Versicherer Swiss Life (+1,2%) und Bâloise (+1,1%). Bei den Bankaktien von UBS (+0,5%) und CS (+0,5%) sind die Gewinne dagegen abgebröckelt.
Roche (-0,3%) und Novartis (-0,3%) notieren mit Verlusten. Bei Roche bleibe der Nachrichtenfluss durchzogen, so ein Händler. Während die Nachricht zur FDA-Zulassung des LightCycler-Tests positiv sei, habe die ablehnende Haltung der britischen Gesundheitsbehörde NICE zur Anwendung von Avastin bei Brustkrebs enttäuscht. Zudem hat die Citigroup das Kursziel auf 163 (zuvor 175) CHF gesenkt.
SGS geben um 0,8% auf 1'485 CHF nach. Hier hat die CS das Kursziel auf 1'570 (vorher 1'585) CHF zurückgenommen.
Im breiten Markt steigen Ems-Chemie nach Halbjahreszahlen um 2,0%. Die Gruppe hat beim Umsatz die Erwartungen übertroffen und lag beim operativen Ergebnis im Bereich der Erwartungen. Marktbeobachter sprechen von einem soliden Ausweis. Insbesondere die verbesserte EBIT-Prognose dürfte die Anleger erfreuen.
Bei Straumann (Kurs unv.) wird Finanzchef Wolf-Rüdiger Daetz das Unternehmen bereits im September 2010 wieder verlassen. Daetz stiess vor rund vier Monaten zum Zahnimplantate-Konzern. Das Unternehmen hat versichert, dass es sich um keine Krise handelt und die Gesellschaft nach wie vor gesund dastehe. Obwohl Straumann schon viele CFOs verschlissen habe, komme die Ankündigung überraschend, so die Bank Vontobel in einem Kommentar dazu.
Die Titel von Mach Hitech brechen um 23,1%, jene von ProgressNow um 16,8% ein. Auf der Gegenseite klettern Pelikan um 10,0% und Perrot Duval um 5,8%.
mk/ra

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