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AKTIEN SCHWEIZ/Verluste stark ausgebaut - Grosse Nervosität

Dieser Inhalt wurde am 21. Mai 2010 - 16:27 publiziert

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die Verluste aus der ersten Tageshälfte am frühen Freitagnachmittag stark ausgebaut und verliert zur Berichtszeit mehr als 1,5%. Kurz nach 13.30 Uhr erreichte der Swiss Market Index (SMI) gar ein neues Jahrestief bei 6'132 Punkten. Damit steht das wichtigste Schweizer Aktienbarometer wieder so tief wie kurz vor der Verabschiedung des grossen Euro-Rettungspaketes über 750 Mrd Euro vor knapp zwei Wochen.
In den USA zeichnet sich trotz der grossen Verluste am Vortag erneut eine klar tiefere Eröffnung ab, so dass auch von dort vorerst zumindest keine Stabilisierung zu erwarten ist.
Kurz nach 15 Uhr notiert das Blue-Chips-Barometer SMI um 1,66% tiefer auf dem Stand von 6'158,38 Zählern. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert derweil 1,47% auf 939,98 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,50% auf 5'436,72 Einheiten.
Laut Marktteilnehmern dominiert an den Märkten weiterhin die Unsicherheit über die finanzielle Stabilität der Eurozone und mögliche weitere Regulierungen. Dazu seien zuletzt auch Sorgen über eine Ausbreitung der europäischen Schuldenkrise auf die Realwirtschaft gekommen. "Der Handel wird vor allem von politischen und gesamtwirtschaftlichen Aspekten dominiert, Unternehmensnachrichten sind dagegen eher nebensächlich", sagte ein Händler in Zürich.
"Die Nervosität sowie die Volatilität werden hoch bleiben, Marktteilnehmer sollten sich also besser anschnallen", riet einer. Auch die Volumen seien beträchtlich, dies nicht zuletzt wegen des kleinen Eurex-Verfalls am Freitag, sagte er. Allerdings könne bei den Kursverlusten auch von "Übertreibungen nach unten" gesprochen werden. "Damit ist auch eine Erholung im Laufe des Tages oder in den nächsten Tagen nicht auszuschliessen", sagte der Händler weiter. Derzeit sei einfach alles möglich.
Die grössten Verlierer unter den Blue Chips sind zum Berichtszeitpunkt Synthes (-3,4%), Roche (-2,6%), Swatch (-2,3%), Richemont (-2,2%) sowie Holcim (-2,0%). Für einmal gehören auch die defensiven Index-Schwergewichte, die sich in Abwärtsbewegungen normalerweise besser halten, zu den grössten Verlieren.
So büssen neben Roche auch Novartis (-1,7%) und Nestlé (-1,6%) stark an Terrain ein. Dass Roche heute erste Daten zu Avastin, MabThera und Trastuzumab-DM1, die im Juni an der wichtigen ASCO-Tagung genauer vorgestellt werden, präsentiert hat, wurde von Anlegern im gegenwärtigen Umfeld kaum wahrgenommen.
Die Finanztitel UBS (-1,8%) und CS (-1,2%) halten sich noch relativ gut. Das Sentiment wird hier positiv beeinflusst von der Tatsache, dass sich in der SVP-Fraktion offenbar eine Kehrtwende in Richtung Zustimmung bei der Beurteilung des UBS-Amtshilfeabkommens abzeichnet. Mit ABB (+0,3%), GAM (+0,2%) und Baloise (+0,1%) gibt es gar drei Titel mit einen posiven Kursvorzeichen.
uh/mk

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