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TOKIO (awp international) - Die Pläne der G7-Staaten für ein gemeinsames Vorgehen gegen den starken Yen sowie eine einigermassen stabile Lage am Katastrophenreaktor Fukushima haben dem japanischen Aktienmarkt zum Wochenschluss ein Plus beschert. Der Nikkei-225-Index stieg am Freitag um 2,72 Prozent auf 9.206,75 Punkte. Auf Wochensicht büsste er aber dennoch 10,22 Prozent ein. Gegenüber dem Schlussstand vom Donnerstag vergangener Woche ? dem letzten Handelstag vor dem verheerenden Erdbeben und Tsunami ? steht sogar ein Minus von 11,77 Prozent zu Buche. Der breiter gefasste Topix legte am Freitag um 2,42 Prozent auf 830,39 Punkte zu. Er verlor auf Wochensicht 10,79 Prozent.
Die G7-Finanzminister und Notenbankpräsidenten hatten in der Nacht zum Freitag in einer Telefonkonferenz beschlossen, gemeinsam gegen den starken Anstieg des Yen vorzugehen. Es ist das erste Mal seit mehr als zehn Jahren, dass die führenden Wirtschaftsnationen gemeinsam am Devisenmarkt einschreiten. "Wir werden die Devisenmärkte genau beobachten und entsprechend zusammenarbeiten", hiess es in einer gemeinsamen Mitteilung. Am Vortag war der Yen auf den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg gegenüber dem US-Dollar gestiegen. Das setzt Japans Wirtschaft zusätzlich unter Druck, weil es deren Produkte in wichtigen Märkten teurer werden. BÖRSIANER REAGIEREN POSITIV AUF G7-BESCHLUSS
Börsianer reagierten positiv auf das Vorhaben der G7-Länder. Dies habe am Aktienmarkt die Sorgen über die Lage am havarierten Atomkraftwerk in Fukushima erst einmal in den Hintergrund gedrängt, hiess es. Die Experten von IG Markets betonten, dass die Kombination aus dem G7-Beschluss sowie erste Anzeichen einer Stabilisierung der Lage am Atomkraftwerk Fukushima Eins den Markt etwas beruhigt hätten. Nichtsdestotrotz sei auch weiterhin mit deutlichen Schwankungen an den Märkten zu rechnen. Am Devisenmarkt zeigte der G7-Beschluss bereits erste Wirkung, der Yen verlor gegenüber dem Dollar deutlich an Boden. Zuletzt mussten für einen Dollar 81,77 Yen bezahlt werden. Am Vortag war ein Dollar zeitweise nur noch 76,25 Yen wert gewesen. Auch gegenüber dem Euro gab der Yen am Freitag nach.
Vergleichsweise geringe Gewinne fuhren Autowerte trotz des G7-Beschlusses ein. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" ist sich Honda nicht sicher, ob die Produktion vor Mai wieder in vollem Umfang hochgefahren werden kann. Die Papiere von Honda stiegen lediglich um 0,82 Prozent auf 3.080 Yen, die Titel von Konkurrent Toyota sanken gar um 1,68 Prozent auf 3.215 Yen. Der weltgrösste Autobauer lässt seine Produktion in den japanischen Werken noch bis einschliesslich Dienstag (22. März) ruhen. Die Herstellung von Ersatzteilen ist einer Mitteilung zufolge indes am Donnerstag wieder angelaufen.
Deutlich im Plus zeigten sich Stahlwerte. Japan Steel Works etwa kletterten um 10,82 Proyent auf 594 Yen, Mitsubishi Heavy Industries gewannen 5,92 Proyent auf 322 Yen. Die zuletzt gebeutelten Versicherungswerte machten ebenfalls Boden gut. Dai-Ichi Life etwa stiegen um 7,58 Prozent auf 134.800 Yen.
Die Papiere von The Tokyo Electric Power (Tepco) , der Betreiberfirma des Katastrophenreaktors, gewannen 18,80 Prozent auf 948 Yen. In den vergangenen Tagen hatten sie in Folge des Bebens und des offenbar mangelhaften Krisenmanagements des Konzerns mehr als 60 Prozent verloren.
Japans Notenbank hatte wie an den Vortagen grosse Finanzspritzen zur Stabilisierung der Märkte gegeben. Sie stellte den Banken drei Billionen Yen (rund 26 Mrd Euro) kurzfristige Notfall-Liquidität zur Verfügung, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Bereits Anfang und Mitte der Woche hatte die Notenbank Dutzende Milliarden Euro zur Beruhigung der Finanzmärkte in das Bankensystem gepumpt./chs/rum

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