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Zürich (awp) - Die Aktien der Acino Holding AG werden am Freitagmorgen massiv verkauft. Der Pharma- und Generika-Hersteller muss möglicherweise in Indien hergestellte Clopidogrel-Chargen zurückrufen. Der europäische Ausschuss für Humanarzneimittel empfiehlt einen Rückruf, da bei der Herstellung des Blutverdünners Mängel festgestellt worden seien. Acino hält fest, dass die Inspektion im indischen Werk zwar Abweichungen von GMP-Standards (Good Manufacturing Practice) ergeben habe, aber keine Unzulänglichkeiten bei der Produktqualität. Am Markt wird von negativen Nachrichten und einer grossen Unsicherheit in Bezug auf die möglichen Rückrufe besprochen.
Bis um 10.50 Uhr sinken die Titel um 7,8% auf 155,70 CHF, der bisherige Tiefkurs liegt bei 153,00 CHF. Der Gesamtmarkt, gemessen am SPI, steht indes kaum verändert bei -0,1%.
Acino warnte am Vorabend vor belastenden Sondereffekten durch den vorübergehenden Lieferengpass und die allfällige Abwertung vorhandener und retournierter Warenbestände, falls einzelne Länderbehörden, basierend auf der Empfehlung der CHMP oder der EU-Kommission einen Rückruf der betroffenen Clopidogrel-Produkte verlangten. Diese Sondereffekte dürften das Jahresresultat 2010 von Acino "deutlich negativ" beeinflussen, so das Unternehmen.
"Negative Nachrichten für Acino", kommentieren die Analysten von Vontobel. Wie negativ die Nachricht sein werde, hänge davon ab, wie viele EU-Länder der Rückrufempfehlung der Gesundheitsbehörde folgen würden. Auch bei Helvea heisst es, die Rückruf-Empfehlung werde wohl die Erfolgsstory des Unternehmens trüben, bis mehr Klarheit darüber herrsche, welche europäischen Staaten der Empfehlung Folge leisteten. Es sei davon auszugehen, dass dazu insbesondere kleinere Staaten gehören könnten, die keine Ressourcen hätten, um den Inspektionsbericht selbst zu beurteilen. Dagegen dürften die grösseren Staaten das Datenmaterial wohl noch einmal selber prüfen und gegebenenfalls der Empfehlung nicht Folge leisten.
Die EU-Länder würden wahrscheinlich heute oder in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie sich der Rückrufempfehlung der Gesundheitsbehörde anschliessen, schreiben die Vontobel-Analysten. Sollten alle EU-Länder die Rückrufempfehlung übernehmen, würde Acino bis zu zwei Monate benötigen, um die Clopidogrel-Pipeline zu füllen. Ein zweimonatiger Lieferengpass könnte zu Umsatzeinbussen von rund 10 Mio CHF führen. Mögliche Abschreibungen auf bestehende und zurückgenommene Medikamente könnten "grössere negative Auswirkungen" auf die Rentabilität im Jahr 2010 haben.
Zuversichtlich stimmt die Analysten von Helvea und der ZKB, dass Abweichungen von den Herstellungs- und Qualitätssicherungsrichtlinien aber keine Unzulänglichkeiten bei der Produktqualität festgestellt wurden. Positiv gewertet wird auch, dass dem Unternehmen zufolge die künftige Lieferbereitschaft dank vorhandener alternativer Wirkstofflieferanten in Kürze wieder sichergestellt sei.
Die Analysten der ZKB haben ihre GpA-Schätzungen für 2010 und 2011 reduziert, insbesondere basierend auf den antizipierten, kurzfristig stärker beeinträchtigten Clopidogrel-Verkäufen und einer Wertberichtigung eines Teils der Lagerbestände im laufenden Geschäftsjahr. "Unserer Ansicht nach ist Clopidogrel nur temporär beeinträchtigt und der längerfristige Geschäftsausblick bzw. Investment Case von Acino ist nach wie vor intakt", schreiben die Experten. So habe das Unternehmen seit Kurzem verstärkt auf den Ausbau der Produktpipeline fokussiert, sodass auch in Zukunft ein weiteres profitables Wachstum sichergestellt sei. Die Einstufung wird mit "Übergewichten" bestätigt.
Auch die Analysten von Helvea bestätigen ihr bisheriges Rating ("Neutral") und das Kursziel mit 180 CHF. Dagegen wollen die Experten von Vontobel ihre Prognosen anpassen und stellen eine Überprüfung von Rating und Kursziel in Aussicht.
ch/cc

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