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Zürich (awp) - Die Aktien des Pharmaunternehmens Actelion haben am Mittwoch ihre frühen Verluste abgeschüttelt und bis zum Mittag deutlich zugelegt. Die am Morgen vermeldete Rückstellung über 577 Mio USD für einen noch ungelösten Rechtsstreit mit der japanischen Asahi Kasei habe sich auf den zweiten Blick als "No News" entpuppt, sagten Händler.
Bis um 12.20 Uhr avancieren Actelion um 3,1% auf 40,17 CHF, zum Handelsstart hatten die Titel rund 2% eingebüsst. Der Gesamtmarkt (SMI) steigt derweil um 1,47%.
"Die Zahl als solches ist ja nichts Neues", sagte ein Händler mit Verweis auf den im Mai gefällten Jury-Entscheid. Dass Actelion die Rückstellung trotz des noch ausstehenden Entscheides des Gerichts aber bereits vorgenommen habe, sei eine rein buchhalterische Frage. "Viele Trader haben heute Morgen nur auf die grosse Zahl gestarrt und verkauft, um dann erst zu überlegen", fasste der Händler seinen Eindruck zusammen. "Actelion haben seit Mai über 20% verloren - die Nachricht müsste also schon eingepreist sein."
Analysten gehen denn auch davon aus, dass die Schadenersatzsumme am Ende deutlich tiefer als 577 Mio USD ausfallen wird. Actelion habe gut Chancen, dass der Streit mit Asahi mit einer Summe von weniger als 250 Mio CHF beigelegt werden könne, ist beispielsweise Andrew Weiss von der Bank Vontobel überzeugt. Auch die ZKB rechnet damit, dass der Rückstellungsbetrag nach unten korrigiert wird, sobald die in den nächsten Wochen zu erwartende Entscheidung des Gerichts gefallen ist.
Einig sind sich die meisten Experten jedoch, dass der Fall das Unternehmen noch über mehrere Jahre beschäftigen wird. Denn der finale Entscheid bezüglich Fasudil dürfte noch länger nicht fallen, bis alle juristischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Allerdings dürfte das juristische Seilziehen das Tagesgeschäft von Actelion nicht belasten, zeigt sich Helvea-Analyst Olav Zilian überzeugt.
Angesichts der nun getätigten Rückstellung müsse Actelion bei seinem Barmittelverbrauch zurückhaltend vorgehen, merkt indes Vontobel-Analyst Weiss an. Er geht daher davon aus, dass das Unternehmen im Rahmen des aktuellen Aktienrückkaufprogramms weniger aktiv sein wird.
ra/tp

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