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AKTIENFOKUS/Julius Bär nach Akquisition gesucht - guter Kaufpreis

Dieser Inhalt wurde am 07. Oktober 2009 - 12:00 publiziert

Zürich (awp) - Die Aktien der Julius Bär Gruppe haben sich am Mittwoch nach Bekanntgabe des Kaufs des Schweizer Privatbanken-Geschäfts der niederländischen ING an die Spitze der Blue Chips gesetzt. Die Transaktion stösst bei den Analysten auf positive Resonanz und auch der Kaufpreis gehe in Ordnung. Einzig die Qualität der akquirierten Assets wird teilweise in Frage gestellt.
Bis um 11.40 Uhr steigen Julius Bär um 2,5% auf 40,16 CHF und führen damit den SMI der Schweizer Blue Chips an. Der Gesamtmarkt (SMI) steht zum Vergleich um lediglich 0,07% höher.
Was die Spatzen schon lange von den Dächern pfiffen, wurde nun Tatsache: Julius Bär übernimmt die Schweizer Einheit der ING-Privatbank mit ihren Tochtergesellschaften in Monaco und Jersey für 520 Mio CHF in bar. Für die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) stellt die Übernahme keine Überraschung dar, hätten doch die Medien bereits seit Wochen kolportiert, dass Julius Bär beim Bieterprozess im Rennen vorne dabei sei.
Aus strategischer wie auch finanzieller Sicht sei die Transaktion jedoch als "attraktiv" zu bewerten, urteilt ZKB-Analyst Andreas Venditti. Auch Tobias Brütsch von der Bank Vontobel begrüsst die Akquisition, da sie die Vermögensbasis von Julius Bär ausweite. Den Kaufpreis stuft Brütsch als "durchaus attraktiv" ein.
Auch Venditti spricht von einem unterdurchschnittlichen Kaufpreis von 3,5% der Kundenvermögen und denkt, dass dies daher rührt, dass die Assets einen überwiegenden Anteil grenzüberschreitender Kundenvermögen (Offshore) umfasst. Der Analyst basiert seine Annahme auf der Aussage von Julius Bär, dass die akquirierte Kundenbasis mit eigenen vergleichbar sei.
Helvea-Analyst Peter Thorne hinterfragt gar aufgrund des kleinen bezahlten Goodwills von 0,9% die Qualität der akquirierten Kundenbasis. Thorne kolportiert Gerüchte, wonach bereits beim Verkauf der Schweizer Geschäfts von der Commerzbank und der Dresdner Bank an Vontobel resp. die LGT Group für einen Betrag von weniger als 1% des verwalteten Vermögens abgewickelt wurden.
Mit Blick auf die erworbenen Kundenvermögen zeigt sich ZKB-Analyst Venditti ferner erstaunt, dass diese lediglich 15 Mrd CHF hoch sind, habe doch die ING Bank Ende 2008 verwaltete Vermögen in Höhe von 14,9 Mrd CHF ausgewiesen. Und seither hätten sich die Märkte positiv entwickelt.
ra/ch

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