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AKTIENFOKUS/Roche GS tiefer - Tamiflu über, MabThera und Avastin unter Erwartung

Dieser Inhalt wurde am 15. Oktober 2009 - 11:50 publiziert

Zürich (awp) - Die Genussscheine der Roche Holding AG geben nach der Publikation von soliden Neunmonatszahlen und trotz der Erhöhung der Ganzjahresprognose für die Pharma-Division sowie Bestätigung der Gewinn-Guidance leicht nach. In Marktkreisen werden die Abgaben vor allem auf die Pharma-Umsatzentwicklung im dritten Quartal zurückgeführt, die ohne Tamiflu im Vergleich zum Vorquartal etwas an Dynamik verloren hat. Dabei werde vor allem in Novartis umgeschichtet.
Bis um 11.00 Uhr verlieren Roche GS um 1,7% auf 166,60 CHF. Der SMI gibt um 0,1% nach; Novartis liegen 1,0% im Plus.
Der Neunmonatsausweis von Roche wird unter den Analysten positiv beurteilt. Die Konsensus-Erwartungen sind übertroffen worden. Allerdings ist ein sehr starker Einfluss der überraschend hohen Tamiflu-Verkäufe im Ausweis enthalten, was das Management zu einer Erhöhung der Umsatz-Guidance 2009 und 2010 für das Grippemedikament bewogen hat.
"Trotz sehr starkem Einfluss durch Tamiflu-Verkäufe sehen wir ein auch sonst breit abgestütztes Wachstumsmomentum", schreibt beispielsweise Michael Nawrath von der ZKB. Von übertroffenen Pharma-Umsatzerwartungen spricht auch Andrew C. Weiss von der Bank Vontobel. Wegelin schreibt von einer "vor Kraft strotzenden Pharmasparte" und wirft die Frage "Anlegerherz, was willst Du noch mehr?" auf.
Im Detail und auf kürzere Sicht ist in den Neunmonatszahlen des Pharma-Segmentes doch ein (kleiner) Makel auszumachen. So hat sich die Absatzdynamik ohne "swing factor" Tamiflu im Vergleich mit dem Vorquartal auf hohem Niveau in Lokalwährungen abgeflacht - auf 6% von 8% in Europa/übrige Regionen, auf 2% von 5% in den USA bzw. auf 7% von 10% in Japan. Während das Pharmawachstum (wieder ohne Tamiflu) entsprechend im ersten Halbjahr noch um knapp 2 Prozentpunkte über dem Wachstum des Weltmarktes gelegen hatte, lag es für die ersten neun Monate mit 6% nur noch auf gleicher Höhe.
Gemäss Vontobel hat unter den Pharmaprodukten MabThera/Rituxan die Schätzungen nicht erreicht. Helvea spricht neben MabThera auch bei Avastin von einer unter den Erwartunten liegender Verkaufsentwicklung. Gemäss Helvea handelt es sich dabei aber um einen kurzfristigen Effekt und wird an den Spitzenumsatzprognosen für beide Produkte festgehalten. Diese belaufen sich auf 8 Mrd CHF für MabThera und 9 Mrd CHF für Avastin.
Ebenfalls eine längerfristige Betrachtungsweise nimmt die UBS ein. So werde das Wachstumspotenzial der Onkologie-Produkte ausserhalb des US-Marktes weiterhin unterschätzt, was insbesondere auf Avastin zutreffe, schreiben Fabian Wenner und Gbola Amusa. Sie führen zudem an, dass der Markt auch die Gewinn-Visibilität und die langfristige Qualität der Produktpipeline unterbewerte.
Sowohl kurz- als auch langfristig wird Roche von Jefferies favorisiert. "Wir sehen kurzfristig positives Gewinnmomentum von den Registrierungsstudien für Avastin gegen Magen- und Eierstockkrebs sowie finanziellen Synergien aus der Genentech-Integration", so der zuständige Analyst. Er verweist zudem auf die geografischen und Produktmix-Effekte, die noch nicht ausreichend im Kurs berücksichtigt seien.
Vontobel, Helvea und die UBS empfehlen die Roche GS weiterhin als "Buy"; die ZKB rät zu "Übergewichten" und erhöht die Gewinnschätzungen je Titel auf 12,80 CHF von 11,70 CHF für 2009. Bei den drei Kaufempfehlungen variieren die Kursziele zwischen 185 und 195 CHF.
rt/ra

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