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Zürich (awp) - Das schwere Erdbeben in Japan hat am Freitag die Aktien des Rückversicherers Swiss Re stark unter Druck gesetzt. Zwar ist es für die Industrie noch zu früh, um verlässliche Schätzungen zum Schadenausmass abzugeben, doch sei mit grösseren Belastungen zu rechnen, hiess es im Handel. Nach den Überschwemmungen in Australien und dem Erdbeben in Neuseeland, ist die Katastrophe in Japan bereits das dritte grosse Naturkatastrophenereignis im noch jungen Jahr 2011.
Bis um 12.20 Uhr verlieren Swiss Re deutliche 5,7% auf 50,55 CHF, während der Gesamtmarkt (SMI) um 0,79% nachgibt. Gleich zu Handelsbeginn rutschten Swiss Re auf den Tagestiefststand von 49 CHF ab, ehe sich die Titel im Anschluss auf rund 51,40 CHF etwas erholen konnten. Die Handelsvolumen in Swiss Re sind sehr hoch. Bislang wechselten gut 3,5 Mio Aktien den Besitzer was bereits mehr als doppelt soviel ist, wie das durchschnittliche Tagesvolumen in den vergangenen Wochen.
Unter den Erdbebensorgen leiden auch andere Versicherungstitel: In der Schweiz geben ZFS um 2,5% auf 254,70 (Tagestiefst 253,80) CHF nach. Aber auch die Swiss-Re-Konkurrenten Munich Re (-5,6%) und Hannover Re (-4,4%) verlieren stark an Wert.
Am Freitag hat ein Erdbeben mit einer Stärke von 8,9 weite Teile von Japan erschüttert. Die Behörden gaben für die gesamte Küstenregion umgehend die höchste Tsunami-Warnstufe aus. Das Epizentrum lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio. Möglicherweise ist es das bislang schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans.
Swiss Re und andere Versicherer können zurzeit noch keine Angaben zu Schäden aus dem Erdbeben machen. Dazu sei es noch zu früh, sagte ein Sprecher des Rückversicherers am Freitag auf Anfrage von AWP. Bei Erdbeben könne es mehrere Wochen dauern, bis verlässliche Schätzungen dazu abgegeben werden könnten. Händler rechnen mit ersten Schadeneinschätzungen der auf Naturkatastrophen spezialisierten Institute frühestens in den nächsten Tagen.
"Aber auch diese Schätzungen werden mit grossen Unsicherheiten behaftet sein", erklärte ein Analyst. Zahlen die derzeit am Markt genannt würden - so geht beispielsweise eine Schadenschätzung für die Branche von 50 bis 100 Mrd USD um - seien aus der Luft gegriffen. Schliesslich seien Nachbeben möglich, die weitere Schäden verursachen könnten. Zudem sei auch unklar, was die Probleme bei Atomkraftwerken oder bei Ölraffinierien für Kosten nach sich ziehen könnten.
Als Referenz könne allenfalls man das Erdbeben aus dem Jahr 1995 nahe der japanischen Stadt Kobe nehmen, so der Analyst weiter. Dieses Erreignis habe die Versicherungsindustrie insgesamt 110 Mrd USD gekostet. Vom Erdbeben vor der Ostküste Japans sei eine eher ländliche Gegend am stärksten betroffen. Allerdings sei auch diese Region besiedelt und weise eine relativ hohe Wertkonzentration aus. Zu nennen sei insbesondere die Öl- und Gasindustrie, die in dieser Regionen mit Anlagen vertreten ist.
Die Swiss Re hat im vergangenen Jahr in Japan Prämieneinnahmen im Umfang von 688 Mio USD erwirtschaftet, wovon 469 Mio im Nichtleben-Bereich. Das Geschäftsvolumen der Gruppe in diesem Segment belief sich auf 13,8 Mrd USD. Dies sage aber kaum etwas über das Schadenpotenzial von Swiss Re betreffend des Erdbebens aus, so der Analyst.
Das Erdbeben in Japan ist bereits die dritte grosse Naturkatastrophe in diesem Jahr. Für die Überschwemmungen in Australien rechnet Swiss Re mit einer Belastung für die eigene Rechnung von 225 Mio USD, für das Erdbeben in Neuseeland belaufen sich die ersten Schätzungen auf ein Schadenausmass im Umfang von 800 Mio USD. Damit sei das Jahresbudget von 1 Mrd USD, welches Swiss Re üblicherweise für Naturkatastrophen reserviere, bereits aufgebraucht, meinte ein Analyst.
Während kurzfristig die Ergebnisse belastet werden, könnten längerfristig höhere Prämien durchgesetzt werden, hiess es ebenfalls. Im April steht vor allem in Japan und Südkorea die Erneuerungsrunde für Rückversicherungsverträge an.
mk/rt

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