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(Meldung aktualisiert)
Zürich (awp) - Die Aktien von Swiss Re stehen zu Beginn der neuen Woche erneut stark unter Druck, nachdem die Titel bereits am Freitag deutlich an Wert verloren hatten. Grund für die Abgaben ist die Erdbeben-Katastrophe in Japan und die hohe Schadenbelastung, welche Rückversicherer wie Swiss Re daraus zu tragen haben. Wie hoch die Kosten ausfallen könnten ist derzeit noch höchst unsicher.
Swiss Re sind am Montag zu Handelsbeginn auf den derzeitigen Tagestiefststand bei 48,70 CHF abgerutscht und arbeiteten sich in der Folge wieder über die Marke von 50 CHF vor. Bis um 11.00 Uhr verlieren Swiss Re 3,2% auf 50,05 CHF, während der Gesamtmarkt (SMI) um 0,38% nachgibt. Bislang wurden rund 2,4 Mio Swiss-Re-Titel gehandelt. Bereits am Freitag, als der Kurs um 3,5% zurückging, wechselten 6,6 Mio Aktien die Hand. Im Vergleich dazu liegt das durchschnittliche Tagesvolumen seit Anfang Februar bei 2,0 Mio.
Unter den Auswirkungen der Beben in Japan haben auch andere Rückversicherer stark zu leiden. So geben etwa die deutschen Konkurrenten Munich Re um 3,7% und Hannover Re um 4,5% nach.
Das Schadensausmass in Japan für die Versicherungsindustrie ist nach wie vor kaum abschätzbar, die Unsicherheiten sind dementsprechend gross. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister AIR Worldwide schätzt die versicherten Schäden, die durch das Erdbeben alleine an Gebäuden verursacht wurden, auf bis zu 35 Mrd USD. Die Folgen des Tsunami, Schäden an Strassen und Produktionsausfälle in der Industrie kommen noch hinzu.
Die Schäden aus dem Tsunami dürften diejenigen aus dem Erdbeben übertreffen, heisst es im Kommentar von Kepler-Analyst Fabrizio Croce. Die Katastrophe könnte insgesamt ein Schadenausmass von über 100 Mrd USD erreichen. Dabei sei zu erwähnen, dass der staatliche Fonds für Erdbebenrisiken Japans Schäden an Häuser im Umfang von 40 Mrd USD absichert. Dieser Fonds sei nicht rückversichert.
Die Unfälle in den Atomkraftwerken müssten die Versicherer derweil kaum fürchten, so ein Versicherungsexperte in einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (Ausgabe; 14.03.). "Bei der Versicherung von Schäden an den Reaktoren und Gebäuden sind die Folgen von Erdbeben und Tsunamis ausgeschlossen." So habe der vom Erdbeben betroffene japanische Kraftwerksbetreiber Tepco seit September keine Sachversicherung für seine Kraftwerke mehr gekauft, sondern zahlt Schäden an seinen Werken selbst.
Von Seiten der Rückversicherer gibt es noch keine Angaben zum möglichen Schadenausmass. Dazu sei es noch zu früh, erklärten die beiden weltweit grössten Rückversicherer Munich Re und Swiss Re. Es werde noch Wochen dauern, bis eine verlässliche Ersteinschätzung vorgelegt werden könne, da sich die Lage durch Nachbeben immer noch verändern könne. Es stehe jedoch fest, dass ausländische Versicherungsunternehmen nur "einen sehr kleinen Teil" der japanischen Erdbeben-Risiken übernommen hätten, so die Munich Re.
Stefan Schürmann von der Bank Vontobel vergleicht die Erdbeben-Katastrophe vom Freitag mit jener aus dem Jahr 1995 im japanischen Kobe. Damals lag die Schadenlast für die Versicherungsindustrie bei einem Gesamtschaden von rund 100 Mrd CHF bei 3 Mrd CHF. Das aktuelle Erdbeben dürfte die Versicherer allerdings mehr kosten, so Schürmann. Er rechnet für Swiss Re mit einer Vorsteuerbelastung von 500 Mio USD. Das Risiko in der "Buy"-Empfehlung der Bank Vontobel sei nun gestiegen und das "AA"-Kreditrating von Standard & Poor's dürfte nun nicht vor Ende 2011 zu erwarten sein.
Kepler-Analyst Croce geht davon aus, dass es Swiss Re unter den Rückversicherern in Japan am stärksten treffen könnte. Ausserdem sei das Unternehmen im ersten Quartal nach den Überschwemmungen in Australien und dem Erdbeben in Neuseeland bereits vom dritten verheerenden Grossschaden getroffen worden und das Jahresbudget für Naturkatastrophenrisiken bereits aufgebraucht.
Auf der anderen Seite hätten die Ereignisse in Japan den Vorteil, dass die Preise für Rückversicherungsdeckung steigen dürften, sind sich Analysten einig. Bereits im April steht für Rückversicherungsverträge in Japan und Südkorea die Erneuerungsrunde an. Im Juli folgt die Erneuerungsrunde, wo unter anderem Verträge in Neuseeland und Australien neu ausgehandelt werden.
mk/ps

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