Alfred Donath neuer Präsident des SIG

Der neue Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes Alfred Donath. Keystone

Beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) hat am Donnerstag (01.06.) der Genfer Medizinprofessor Alfred Donath das Präsidium von Rolf Bloch übernommen. Bundesrat Deiss dankte Bloch für die konstruktive Haltung während der Holocaust-Debatte.

Dieser Inhalt wurde am 01. Juni 2000 - 07:53 publiziert

Die Wahl von Donath erfolgte an der Delegierten- versammlung in Genf.

Bloch hatte schon vor längerer Zeit angekündigt, dass er nicht mehr für eine Wahl zur Verfügung steht. Sein 68-jähriger Nachfolger Donath ist laut einer Mitteilung des SIG schon jahrelang Mitglied der Geschäftsleitung und Vizepräsident. Er gelte als Garant für Kontinuität im Dachverband.

Bloch habe in einem dramatischen Appell an das Schicksal von 13 Juden in Iran erinnert, denen der iranische Staat vorwirft, für Israel spioniert zu haben, hiess es. Es handle sich offensichtlich um einen politischen Prozess, um gegen die in Iran verbliebenen Juden Stimmung zu machen. Er habe den Bundesrat gebeten, in Iran ein weiteres Mal zugunsten der Angeklagten, denen die Todesstrafe drohe, zu intervenieren.

Der SIG habe entscheidend dazu beigetragen, die Spannungen in der Diskussion über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg abzubauen, sagte Deiss gemäss Redetext. Der SIG habe beharrlich Gerechtigkeit für die Holocaust-Überlebenden gefordert, gleichzeitig aber auch eine gerechte Beurteilung der Rolle der Schweiz.

Der zurücktretende Präsident Bloch habe dank seiner Besonnenheit und Offenheit sowie seiner differenzierten Haltung nicht nur in der Schweiz, sondern auch im interessierten Ausland Gehör gefunden und damit massgeblich zur Versachlichung der Debatte beigetragen. Und Bloch habe mit Umsicht und persönlichem Engagement als Präsident des Fonds zugunsten bedürftiger Holocaust-Überlebender dafür gesorgt, dass dieser seinen Zweck praktisch erreicht habe. Die Debatte über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg müsse fortgesetzt werden.

Für Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung darf es laut dem Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in der Schweiz keinen Platz mehr geben. Aus dem Geschehenen müssten Lehren gezogen werden. Eine Arbeitsgruppe des Bundes sei zusammen mit den Kantonen und betroffenen Organisationen daran, ein Konzept für Prävention von Antisemitismus und Rassismus zu erarbeiten.

"Jedes Kind sollte bereits lernen, dass Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus unsere Demokratie untergraben und letztlich unsere Gesellschaft zerstören können", sagte er. Prävention sei auch der Leitgedanke der geplanten Solidaritätsstiftung.

swissinfo und Agenturen

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