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Für Markus Babbel beginnt die vierte Luzerner Kampagne in Osijek (20.45 Uhr). Der Ex-Bayern-Star gewährt einen Einblick in seinen Schweizer Trainer-Alltag.

66 Teams kämpfen am Donnerstag in der UEFA-Mühle um eine bessere europäische Ausgangslage - mittendrin der FC Luzern, der beim kroatischen Vertreter NK Osijek startet. Drei Runden sind die Innerschweizer von der finanziell interessanten Europa League entfernt. "Die Gruppenphase wäre etwas Aussergewöhnliches", legt sich Babbel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda fest. Drei Tage vor dem Kick-off in Südosteuropa sitzt der 44-jährige Münchner auf einem Podium in der Swisspor-Arena und sinniert: "Dann erst beginnt der Europacup richtig."

Mit Bayern und Liverpool gewann Babbel zwei UEFA-Cup-Trophäen. Es gibt für ihn wenig Schöneres, als international zu spielen. Den Stellenwert setzt er hoch an, von seiner Equipe verlangt er die totale Überwindung. Die Mentalität muss stimmen. Der Gegner sei kein "Fallobst", sie benötigten zwei gute Tage, um den robusten Kontrahenten auszuschalten.

Herausforderung und Chance

Komplikationen hält der Deutsche im Frühstadium der Saison für möglich. Die Umbauarbeiten sind nach einer unruhigen Transferperiode nicht abgeschlossen. Die Innerschweizer haben Substanz verloren. Topskorer Marco Schneuwly bat nach 68 Treffern in 120 Liga-Spielen um Erlaubnis für einen vorzeitigen Wechsel zum FC Sion. Markus Neumayr zog ein Engagement in der Türkei der Super League vor, das Talent Nicolas Haas nahm die Offerte von Atalanta Bergamo an.

"Wir haben unser Rückgrat verloren", stellt Babbel nüchtern fest. Lamento ist aber nicht sein Ding. "Wieder ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen erachte ich als persönliche Herausforderung." Es sei für viele Junge eine "riesige Chance", aus dem Schatten zu treten, Verantwortung zu tragen, Profil zu zeigen. "Statt zu verwelken wie vorher. Jetzt sind alle gefordert, Gas zu geben."

Babbel zeigt, formt, gestikuliert. Er ist im Element. Luzern ist für ihn der Kraftort, den er nicht so schnell verlassen will. Niemand soll auf die Idee kommen, er sehe den Verein nur als Sprungbrett; auch nach drei Jahren weist er dezidiert auf seine loyale Haltung hin. "Ich habe meinen Namen nirgendwo in den Ring geschmissen, ich habe nie einfach auf ein Angebot gewartet."

Nach seinen nur knapp einjährigen Engagements in Stuttgart, Berlin und Hoffenheim bemühte sich Babbel stattdessen um eine gewisse Langfristigkeit. Er habe überall prägende Momente erlebt, aber beim FCL sei ein Projekt entstanden, für das sich auch Aussenstehende interessierten. "In Spielerkreisen ist bekannt, dass hier gut gearbeitet wird. Solche Feedbacks zeigen mir auf: Wir sind auf dem richtigen Weg."

Inzwischen der Dienstälteste

Kein anderer Super-League-Taktgeber ist länger im Amt als der Ex-Europameister. Babbel hat alle bisherigen Turbulenzen und internen politischen Kraftproben überstanden. Der Punkteschnitt von 1,5 nach 97 Meisterschaftsspielen spricht für den Coach, drei Top-5-Klassierungen sind gute Argumente für einen Hartnäckigen wie ihn, der auch in schwierigen Phasen und unter Druck nicht von seiner Linie abzuweichen pflegt.

Die Liaison mit der Hertha härtete ihn ab, seit den einst täglichen Zusammenstössen mit dem unerbittlichen Berliner Boulevard bringt ihn nur noch wenig auf die Palme. Mit den manchmal überhöhten Ansprüchen der lokalen Beobachter kann er gut leben. Er kennt den vergleichsweise überschaubaren finanziellen Background. "Wir können zurzeit nicht sagen, wir wollen die dritte Kraft in der Schweiz sein. Aber wir können mit einer erstklassigen Mentalität einiges kompensieren. Die Fans haben ein Anrecht darauf, dass wir uns zerreissen und Woche für Woche alles Verfügbare abrufen."

Ungeduld gehört für ihn zum manchmal ungestümen Innerschweizer Tagesgeschäft. "Luzern lebt, Luzern leidet. Das macht mir Spass. Der FCL ist kein langweiliger Verein." In Osijek geht Babbels Geschichte weiter.

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SDA-ATS