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Nach einem verhaltenen Saisonstart gelang dem ZSC beim 6:1 gegen Lausanne zumindest temporär ein Befreiungsschlag. Sportchef Sven Leuenberger spricht von einem Schritt in die richtige Richtung.

Nach dem zweimaligen Ausscheiden im Playoff-Viertelfinal gegen Bern (2016) und Lugano (2017) wurde auf diese Saison hin beim ZSC ein Umbruch eingeleitet. Nach zwölf Jahren als Captain wurde Mathias Seger von Patrick Geering abgelöst. Fortan soll die jüngere Generation um Geering, Reto Schäppi, Chris Baltisberger, Ronalds Kenins oder Lukas Flüeler mehr Verantwortung übernehmen und den Klub wieder auf Erfolgskurs bringen.

Der Start in die neue Ära verlief für den ZSC allerdings harzig. Die Lions sind für ihre Verhältnisse ungewöhnlich früh in die Bredouille geraten. Während sie sich in der jüngsten Vergangenheit oftmals ohne grosse Probleme durch die Qualifikation gespielt haben - 2014, 2015 und 2016 als Qualifikationssieger, im Vorjahr als Zweiter - machen sich heuer bereits früh in der Saison Probleme bemerkbar. Spieler wie Staff suchen verzweifelt nach Antworten, wobei der Druck auf die beiden schwedischen Coaches Hans Wallson und Lars Johansson wegen des ausbleibenden Erfolges zusehends wächst.

Probleme mit dem System

Wallson und Johansson kamen im Sommer vor einem Jahr mit einem beeindruckenden Leistungsausweis aus Skelleftea nach Zürich. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen beim ZSC. Die beiden Schweden haben es bisher aber nicht geschafft, ihre Idee eines temporeichen und aggressiven Spielstils der zweifelsohne mit viel Talent gesegneten Zürcher Mannschaft einzuimpfen. Einige Spieler gaben sogar offenkundig zu, mit dem System überfordert zu sein.

Nach dem schwachen Saisonstart mit überdurchschnittlich vielen Gegentoren hat in der ZSC-Garderobe zuletzt ein Umdenken stattgefunden. Man besann sich darauf, die einfachen Dinge richtig zu machen und in der Offensivbewegung nicht unnötig viel Risiko einzugehen, was dem Gegner Raum für Konter offen liesse.

Die Folge davon war das torlose Startdrittel gegen Lausanne, das sich später als wichtiger Grundstein für den klaren Heimsieg herausstellte. Sportchef Sven Leuenberger lobte dann auch die "Defense-First-Einstellung" seines Teams: "Das war defensiv unsere beste Saisonleistung." Der 48-Jährige, der im Mai die Nachfolge von Edgar Salis angetreten hatte, bezeichnete das jüngste Erfolgserlebnis als "Baby Step". Er spricht von einem "Schritt in die richtige Richtung". "Wir haben erstmals das Gesicht gezeigt, das ich mir vom ZSC vorstelle", so Leuenberger.

Verglichen mit den mageren Auftritten in den Spielen zuvor, kam der Heimsieg gegen Lausanne auf bemerkenswert solide Art zustande. "Unser Auftritt war engagiert und diszipliniert", resümierte Reto Schäppi, der Torschütze zum wegweisenden 3:1. "Der Sieg war enorm wichtig für unser Selbstvertrauen. Auf dieser Leistung können wir aufbauen", so der Stürmer.

Das Tief als Chance

Die unangenehme Lage zum Saisonstart könnte im Nachhinein auch etwas Gutes mit sich bringen. Krisen können eine Mannschaft auch stärker machen. Wie vor zwei Jahren geschehen in Bern, als sich der SCB nur mit Ach und Krach in die Playoffs rettete, danach Meister wurde und im letzten Frühling den Titel als erstes Team seit dem ZSC (2001) erfolgreich verteidigte. Leuenberger weiss aus seiner Vergangenheit als (Krisen-)Manager beim SCB mit Hochs und Tiefs umzugehen. Baustellen gibt es an seinem neuen Arbeitsort zurzeit genügend.

Bei den Ausländern wusste von den drei Neuverpflichtungen bislang nur Fredrik Pettersson zu überzeugen. Der Schwede ist aufgrund seiner Abschlussstärke und Furchtlosigkeit schon jetzt eine enorme Bereicherung. Drew Shore hingegen hat seine Rolle im Team noch nicht gefunden. Der Amerikaner, im Vorjahr in Kloten mit 24 Toren noch unter den Top-3-Torschützen der Liga, wartet noch immer auf sein erstes Saisontor im ZSC-Dress. Und bei Verteidiger Kevin Klein ist die Fehlerquote noch zu hoch. Der Kanadier bringt immerhin die Erfahrung von 700 NHL-Spielen mit.

Auch das Goalieduo gibt derzeit Anlass zu Diskussionen. Die Fangquoten von Lukas Flüeler (89,11 Prozent) und Niklas Schlegel (87,10) liegen derzeit weit unter dem Liga-Durchschnitt (91,33). Eine feste Nummer 1, wie bei den meisten Spitzenteams üblich, hat sich noch nicht herauskristallisiert. Dies soll sich laut Leuenberger aber spätestens bis zu den Playoffs ändern, wenn möglich auch schon früher.

Langer Weg bis zu den Playoffs

Der Heimsieg gegen ein harmloses Lausanne kam zwar zum richtigen Zeitpunkt und war wichtig fürs Selbstvertrauen, die ähnlich holprig in die Saison gestarteten Waadtländer waren aber kein echter Gradmesser für den ZSC. Als nächste Herausforderung wartet am Donnerstag das Gastspiel in Genf. Letztendlich wird der ZSC aber nicht an den Vergleichen im Herbst gemessen, sondern am Abscheiden in den Playoffs im Frühling. Ein neuerliches (frühes) Scheitern in der heissesten Phase der Saison können sich Wallson und Johansson nicht mehr leisten.

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SDA-ATS