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Joker und Rückkehrer Josip Drmic schiesst die Schweiz zum 1:0-Sieg gegen Lettland und spricht von einem "Hammergefühl".

"In der Nationalmannschaft klappt es einfach. Das liegt wohl am Dress und an der Schweiz." Josip Drmic war nach dem Sieg gegen Lettland überglücklich. Er, der Joker, hat die Schweiz mit seinem ersten Ballkontakt in der 66. Minute mit einem Kopfball zum 1:0-Sieg gegen Lettland geschossen. Keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung.

Es war nicht das erste Mal, dass der 24-jährige Drmic als Retter in der Not die Kohlen für die SFV-Auswahl aus dem Feuer holte. Am 5. September 2015 kam er in der Partie der EM-Qualifikation in Basel gegen Slowenien beim Stande von 0:2 ins Spiel. Nach 67 Minuten. Am Ende gewann die Schweiz noch 3:2. Das Tor zur EM war aufgestossen. Zweifacher Torschütze: Josip Drmic.

Vergleichen wollte der Stürmer von Borussia Mönchengladbach die beiden Spiele und ihre Treffer nicht. "Es waren damals wichtige Tore und es war heute ein wichtiges Tor, weil sie der Mannschaft jeweils zum Sieg verholfen haben." Aber ein Ranking mache er nicht. Ohnehin sei bloss entscheidend, dass die Schweiz gewonnen habe. "Ich hätte mich genau so gefreut, wenn ein anderer das Tor erzielt hätte."

Und doch war der Treffer am Samstag in Genf sehr speziell. Denn Drmic war in diesem Spiel nicht nur der Joker, sondern auch der Rückkehrer. Erstmals seit November 2015 gehörte er wieder zum Aufgebot von Nationalcoach Vladimir Petkovic. Bei Borussia Mönchengladbach sucht er seit dem Jahreswechsel wieder Anschluss zu finden. Er kam wohl in der Bundesliga schon sieben Mal zum Einsatz, doch nur zweimal von Beginn weg. Ein Tor hat er seit seiner Verletzung im Klub noch nicht erzielt.

Zwischen November 2015 und März 2017 lagen für Drmic viele Tage des Schmerzes, der Enttäuschung, der Ungewissheit. Vor rund einem Jahr wurde bei ihm ein Knorpelschaden im Knie diagnostiziert. Er verpasste die EM-Endrunde in Frankreich. Er fehlte in der 1. Bundesliga erst beim Hamburger SV, dann bei Borussia Mönchengladbach während 273 Tagen. "Es ist schon unglaublich. Vor einem Jahr ging ich an Krücken und war an die Bewegungsmaschine angeschlossen, die den Beugegrad meines Knies kontrollierte."

Diese Leidenszeit scheint im Stade de Genève in den Minuten nach dem Spiel weit weg. Fast genauso weit weg wie die erste Stunde im Spiel gegen Lettland, die sich Drmic von der Ersatzbank aus anschauen musste und während der er "mit den Kollegen sehr gelitten" hatte. Es ist das Schöne im Fussball, dass mit einer Szene, in einer einzigen Sekunde, alles anders werden kann. Sich alles ins Positive kehren kann. Drmic beschreibt es so: "Es ist ein Hammergefühl."

SDA-ATS

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