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Die Schweizer bezahlen ihre Nachlässigkeiten gegen Slowenien zum WM-Auftakt beinahe mit einer historischen Niederlage. Jonas Hiller spricht nach der 4:0-Führung vom "falschen Selbstvertrauen".

Die Schweizer Spieler zeigten sich nach dem peinlichen Punktverlust verständlicherweise frustriert. Der Tenor war einhellig: "Das darf einfach nicht passieren", diktierten die gefrusteten Schweizer nach der Partie unisono in die Mikrofone. Eine griffige Erklärung, weshalb sie den Viertore-Vorsprung noch verspielt hatten, konnte indes keiner wirklich abgeben.

An den letzten drei Weltmeisterschaften hatten die Schweizer ihre erste Partie jeweils verloren. Obwohl es nun zu einem Sieg reichte, kam bei den Schweizern verständlicherweise keine Freude auf. Am zutreffendsten fasste es Damien Brunner zusammen: "Es ist schwierig, das jetzt als Sieg zu sehen."

Die Schweizer hatten es sich selbst zuzuschreiben, dass sie in die Bredouille gerieten. Die vielen Strafen kamen sie teuer zu stehen. Laut Philippe Furrer, mit vier Strafminuten im letzten Drittel selbst einer der Sünder, seien diese aus Fehlern entstanden: "Wenn man nur ganz wenig nachlässt, wird es gefährlich. Es war ein Problem, dass wir im letzten Drittel nicht mehr gradlinig spielen konnten. Wir verliefen uns in wichtigen Momenten in den Details, dann kommen Strafen."

Auch wenn der Punktverlust mehr als ärgerlich sei, bringe es nichts, zu lange darüber nachzudenken, so Furrer weiter. "Wir müssen es verinnerlichen, dass wir immer weiter und immer weiter gehen, bei jedem Einsatz und 60 Minuten lang."

Torhüter Jonas Hiller, der noch in der Vorbereitung mit drei Shutouts geglänzt hatte, musste viermal hinter sich greifen, so oft wie seit den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver nicht mehr im Trikot des Nationalteams. "Wenn die eine Mannschaft fünf Prozent weniger gibt und die andere fünf Prozent mehr, dann kippt ein Spiel", sagte Hiller, dem trotz der mehr als bescheidenen Abwehrquote von 82,61 Prozent nur der zweite Treffer angelastet werden kann.

Die vier Tore hätten der Mannschaft ein "falsches Selbstvertrauen" gegeben, sagte Hiller. "Dafür bezahlten wir teuer. Ich hoffe, wir können den Frust in Energie umwandeln", so der Appenzeller. Hiller dürfte am Sonntag gegen Norwegen Leonardo Genoni weichen müssen - dies allerdings nicht wegen der Leistung gegen die Slowenen.

SDA-ATS

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