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Die Schweizer Handballer bestreiten von Freitag bis Sonntag den traditionellen Yellow Cup in Winterthur. Die Gegner sind die Slowakei, Rumänien und Brasilien.

Seit dem ersten Lehrgang unter dem neuen Nationaltrainer Michael Suter sind erst sieben Monate vergangen, dennoch hat dieser schon einiges bewegt und auf verschiedenen Ebenen eine gewisse Begeisterung ausgelöst. Zwar verlor die stark verjüngte Mannschaft in der EM-Qualifikation die ersten beiden Begegnungen gegen die Topteams Slowenien (27:32) und Deutschland (22:23), sie zeigte jedoch Leistungen, die ihnen nicht zugetraut worden waren.

Gegen Europameister Deutschland hätte die SHV-Auswahl gerade so gut auch gewinnen können. Der Partie im Hallenstadion wohnten 10'040 Zuschauer bei, so viele wie noch nie bei einem Länderspiel in der Schweiz. Dass der Handball wieder an Goodwill gewonnen hat, zeigt auch die Tatsache, dass das Spiel vom Sonntag gegen Brasilien vom Schweizer Fernsehen live übertragen wird.

"Ich spüre ein extremes Wohlwollen für unseren Weg", sagte Suter. Er ist allerdings weit davon entfernt, in Euphorie zu verfallen. "Wir sind froh, dass wir inhaltlich gegen absolute Topmannschaften der Welt schon dermassen gute Leistungen bringen können, aber wir wissen, dass es für uns noch enorm viel Arbeit zu erledigen gibt. Ich bekämpfe alle Sachen, die uns vom Fokus wegbringen, uns in eine falsche Richtung lenken. Wir müssen absolut mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Wir wissen, dass wir jung sind, es Rückschläge geben wird", so Suter. Sie würden sich aber durch nichts aus der Ruhe bringen lassen.

Suter hat eine langfristige Perspektive. Ein erster Meilenstein soll die Teilnahme an der EM-Endrunde 2020 sein, er denkt jedoch weit darüber hinaus. Die Langfristigkeit des Projekts will er aber nicht als Alibi nutzen, vielmehr ist er auch kurzfristig sehr ehrgeizig. "Wir versuchen miteinander eine Mentalität hinzubekommen, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen, unabhängig davon, wer uns gegenübersteht. Alles andere macht gar keinen Sinn", erklärte Suter.

Insofern sind auch die Ambitionen am Yellow Cup hoch. Suter ist voller Vorfreude auf das Traditionsturnier, an dem die Schweizer weitere "wichtige Spielerfahrungen" sammeln können. Die Herausforderung ist allerdings gross. Rumänien hat in der EM-Qualifikation auswärts Weissrussland (26:23) bezwungen und zu Hause den Olympia-Halbfinalisten Polen (28:23) besiegt.

Trainiert werden die Osteuropäer seit Juni 2016 vom spanischen Startrainer Xavier Pascual, der hauptamtlich beim FC Barcelona tätig ist und mit den Katalanen unter anderem zweimal den Titel in der Champions League holte. Brasilien unterstrich seinen Potenzial an den Olympischen Spielen mit den Siegen gegen Polen (34:32) und Deutschland (33:30). Das Auftaktspiel gegen die Slowaken dürften ebenfalls kein Selbstläufer sein, sind diese doch schwierig einzuschätzen.

Erschwerend kommt für die Schweizer hinzu, dass einige Teamstützen fehlen. Nicolas Raemy (Schleudertrauma), Lenny Rubin sowie Pascal Vernier (beide Meniskus) sind verletzt und der dreifache Bundesliga-MVP Andy Schmid pausiert wie abgemacht. Zudem ist der Einsatz von Captain Manuel Liniger, der im Team mit Abstand am meisten Länderspiele bestritten hat, wegen einer Bauchmuskelverletzung mehr als fraglich. Die Abwesenden sind für Suter jedoch kein Thema, das entspricht nicht seinem Naturell. Er ist keiner, der nach Ausreden sucht.

Die Mannschaft bereitet sich seit Dienstag in Magglingen auf den Yellow Cup vor. Der erste Tag stand im Zeichen der Athletik. Ohnehin hat Suter auch in diesem Bereich schon einiges gemacht. So arbeiten zwei Athletiktrainer, die nicht spezifisch vom Handball kommen, mit den Spielern. Diese gehen auch zu den Vereinen. Ausserdem gibt es zweimal pro Jahr grosse Tests. Bei der Karriereplanung läuft ebenfalls einiges in Richtung mehr Professionalität. Die Weichen für eine positive Zukunft sind also gestellt.

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SDA-ATS