Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

„Der Biber bibbert“, was soll er sonst tun. Solche Einsichten gibt uns das Prosadebüt von Martin Felder. Schon der Titel “Meine Nachbarin, der Künstler, die Blumen und der Revolutionär” lässt erahnen, dass die lose Struktur darin zum Prinzip erhoben wird.

„Ein Satz, der für sich allein steht.“ Dieser Satz steht allein mitten in diesem Buch. Ein Roman im üblichen Sinn ist es nicht. Martin Felder erzählt von einem Autor, der kurze Sätze an einen Künstler richtet, sich auf die Suche nach seiner Nachbarin begibt und hin und wieder Nachrichten vom alten Revolutionär erhält.

Er ist ein wachsamer Beobachter. Er schaut beispielsweise lustigen Tieren nach und bleibt so bei komischen Gedanken hängen. Mittels kurzer Sentenzen versucht er der Welt beizukommen. Darin liegen Charme und Witz dieser Prosa. Allfällige Fragen nach Beruf und Sinn des Lebens werden in ihr routiniert abgewehrt.

Kein Roman

Es ist erstaunlich, mit welcher Variabilität diese oft sehr kurzen Texte, die den Umfang einer Kurznachricht nicht überschreiten, die Ordnung unterminieren, indem sie Ordnung herzustellen versuchen. Will- oder eher unwillkürlich ergeben sich dabei kleinste Verschiebungen und falsche Verdrahtungen, so dass sich Text und Wirklichkeit aufs Erquicklichste in die Quere kommen.

„Auch an Schreiben ist nicht zu denken. Nicht einmal dieses Textes“, steht hier geschrieben. Selbst einfache Redeweisen driften ab ins paradox Philosophische: „Ich beschliesse, einen ganzen Tag nichts zu tun und tue dies.“

Absurde Ideen

Martin Felder legt einen Fundus von absurden Ideen vor, dem der rote narrative Faden weitgehend zum Opfer fällt. Hin und wieder setzt er dazu an. Doch irgendwie ergeht es ihm wie dem Künstler, der mit der Kunst nichts aussagen will, denn wollte er, „würde er die Aussage einfach aussagen“.

Hin und wieder wirkt das auch etwas albern oder kalkuliert witzig („Auf der Toilette schreibe ich diesen Scheisssatz.“), das liegt in der Natur dieser Form. Andererseits lesen wir hier immer wieder Beobachtungen von herrlichstem Unsinn, dem keine Argumente standhalten. „Vor dem leeren Verkaufsstand steht eine Menschenreihe, die sich vorgenommen hat, nichts zu kaufen.“

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS