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"Nigerianische Taliban" töten bis zu 30 Menschen in Bierlokalen

Bei einem Anschlag auf mehrere Bierlokale in Maiduguri im Nordosten Nigerias sind nach Medienberichten bis zu 30 Menschen ums Leben gekommen. Etwa zehn Mitglieder der radikalislamischen Sekte Boko Haram feuerten am Sonntagabend auf die Gäste.

"Sie fingen an, aus verschiedenen Richtungen in das Lokal zu schiessen, in dem sich um diese Zeit viele Leute aufhielten, weil es noch nicht dunkel war", berichtete ein Anwohner der nigerianischen Zeitung Daily Sun online.

Nach Informationen des arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira wurden auch Sprengsätze auf Gäste in insgesamt drei Bierlokalen geworfen. Die Angreifer seien auf Motorrädern gefahren.

Die Korrespondentin des Senders berichtete von mindestens 25 Toten und 12 Verletzten. Im Bundesstaat Borno, dessen Hauptstadt Maiduguri ist, gilt zwar die Scharia, das islamische Religionsgesetz. Dennoch sind Biergärten bei der Bevölkerung beliebt.

Gegen westlichen Einfluss

Mitglieder der Sekte Boko Haram lehnen jeden westlichen Lebensstil ab, auch das Trinken von Alkohol. Die 2002 gegründete Gruppe, die sich selbst als "nigerianische Taliban" bezeichnet, hat in den vergangenen zwei Jahren immer wieder Polizeieinrichtungen und christliche Kirchen angegriffen.

Erst vor zwei Wochen waren bei einem Selbstmordanschlag auf das Polizeihauptquartier in der nigerianischen Hauptstadt Abuja 22 Menschen verletzt worden. Die Sekte drohte zudem mit einer Ausweitung ihrer Anschläge.

Politiker vor allem im islamisch geprägten Norden Nigerias haben die Regierung trotz der Anschläge zum Dialog mit Boko Haram aufgerufen.

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