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Die Young Boys zaubern gegen den FC Zürich nicht und gewinnen dennoch. Dass sie sich den Sieg erarbeitet haben, ist ein weiterer Beweise der neuen Reife von YB.

"Wenn du solche Spiele gewinnst, wirst du Meister", meinte Uli Forte. Der Trainer des FC Zürich machte bereits vor der Niederlage bei den Young Boys mehrmals klar, dass für ihn die Berner der Favorit auf den Titel sind. Am Sonntagnachmittag wurde seine Überzeugung bloss bestätigt. Nicht etwa, weil YB eine Glanzleistung zeigte, sondern weil es auf jene Eigenschaften zurückgriff, die einen Meister (auch) ausmachen.

Natürlich nahm Fortes Pendant Adi Hütter das Wort "Meister" nicht in den Mund. Die Saison ist dafür zu jung, der ärgste Gegner zu erfahren und die Vergangenheit von YB zu durchzogen, um sich dermassen zu exponieren. Und doch liess der Österreicher durchblicken, dass er seinem Team Grosses zutraut, eben auch weil es nicht nur dann gewinnt, wenn alles gut läuft, sondern sich den Schwierigkeiten stellt. Sowohl vor zwei Wochen in Basel (1:1) als auch gegen Zürich holte es nach Rückstand noch Zählbares.

Ein Arbeitssieg sei das 2:1 gegen den FCZ gewesen, urteilte Hütter. "Wir benötigten viel Geduld. Bis zum Schluss haben wir daran geglaubt, gewinnen zu können." Die Gastgeber waren in der Lage, das Tempo in den letzten 20 Minuten nochmals zu erhöhen und wurden in der 84. Minute mit dem 2:1-Siegtreffer von Roger Assalé belohnt. Sie übten Druck aus, ohne sich selber in Bedrängnis zu bringen und das obwohl mit Steve von Bergen der Abwehrchef in der zweiten Halbzeit angeschlagen ausfiel. "Wir strahlen eine gewisse Stabilität aus", bemerkte Hütter.

Genügsamkeit, die in den letzten Jahren in gewissen Partien bei den Young Boys auch schon zu erkennen war, zeigt die aktuelle Mannschaft nicht. Sie tut, was nötig ist, um zu gewinnen. Eine Willensleistung, nannte Djibril Sow den Sieg gegen seinen ehemaligen Klub. Zweimal hat YB in der laufenden Meisterschaft verloren, gegen Thun mit 0:4 und in Lausanne mit 1:2. Womöglich gerade die richtige Dosis Enttäuschungen, um den Boden nicht unter den Füssen zu verlieren. "Keiner denkt schon an den Meistertitel", versicherte Sow.

Nach zwei Spitzenspielen folgen für die Young Boys nun drei Partien mit anderer Ausgangslage: im Cup gegen St. Gallen, aber vor allem in der Meisterschaft in Lugano und Thun, wo Hütters Truppe bestätigen muss, dass die Zeiten des "Veryoungboysen", des leichtfertigen Verspielen von Vorteilen, der Vergangenheit angehören.

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SDA-ATS