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Die Schweizer Olympia-Auswahl zelebriert ab dem 26. Dezember ihr Spengler-Cup-Comeback. Härteste Gegner im Kampf um den Turniersieg sind Gastgeber Davos, das Team Canada und das KHL-Team Dinamo Riga.

Nach elf Niederlagen in Folge und teilweise desolaten Vorstellungen Ende der Siebzigerjahre verschwand die Schweizer Nationalmannschaft während mehreren Dekaden aus der Teilnehmerliste des Spengler Cups - nun kehrt sie ambitioniert zurück.

In marketingtechnischer Hinsicht hegen die Verantwortlichen von Swiss Ice Hockey keinerlei Zweifel. Für die Crew um den CEO Florian Kohler ist die erste Spengler-Cup-Teilnahme nach 38-jährigem Unterbruch in erster Linie eine Win-Win-Situation. "Das Turnier ist eine ideale Plattform für uns und eine unglaublich gute Gelegenheit, uns einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren."

Der attraktive Dezember-Termin ist in den Augen der Verbandsführung Gold wert; die Liga ruht, die nationale Agenda der Key-Player ist vollumfänglich auf die Nationalmannschaft ausgerichtet. Patrick Fischer tritt mit seiner Auswahl nicht auf einer slowakischen Nebenbühne auf, sondern zur TV-Primetime in verschneiter Winterlandschaft.

Vorerst deklariert Kohler das Comeback des Nationalteams im Rahmen des renommierten Bündner Turniers als Experiment, das vor allem im Kontext mit den kommenden Winterspielen in Pyeongchang zu sehen ist. 52 Tage vor dem Eröffnungsspiel im Kwangdong Hockey Centre gegen den Olympiasieger Kanada werden die Schweizer vor ausverkauften Rängen einem sportlichen Belastungstest unterzogen.

Fischer, als Ex-Captain des HC Davos 2000 und 2001 Spengler-Cup-Sieger, räumt dem Auftritt im Bündner Kurort einen hohen Stellenwert ein. Eine entsprechend ambitionierte Vorgabe veröffentlichte der Nationalcoach: "Wir wollen um den Turniersieg mitreden. Für jeden Spieler ist der Spengler-Cup eine Bühne, um sich zu präsentieren."

Ein gewisser Druck sei vorhanden, so Fischer - beispielsweise im Startspiel gegen Dinamo Riga, das in der russischen Kontinental Hockey League in der aktuellen Saison nur 12 von 42 Partien gewann und im "Westen" ohne Playoff-Chancen an letzter Stelle klassiert ist, und im zweiten Gruppenspiel gegen den finnischen Aussenseiter Hämeenlinna. "Wir werden sehen, wie das Team damit umgehen kann."

Dezidierte Vorstellungen vom letzten Südkorea-Casting hat auch Raeto Raffainer. Der Direktor der Nationalteams weitet die Bedeutung aus: "Für uns steht die wichtigste Woche in der Olympia-Vorbereitung an." Es gehe um den optimalen Output, angesichts des grossen Pools an Kandidaten zähle jeder einzelne Sichtungstag.

Das schöne Bergpanorama und das angenehme Rahmenprogramm sind vernachlässigbare Pluspunkte, Raffainer schränkt die Komfortzone bewusst ein: "Wir fahren nicht zum Spass nach Davos!" Der Exhibition-Charakter ist für ihn kein Thema: "Was die Gegner im Sinn haben, interessiert mich nicht. Denn unsere Spieler wissen genau: Wenn sie einen guten Spengler Cup spielen, sitzen sie mit grosser Wahrscheinlichkeit im Flieger nach Südkorea."

In der Szene stösst das Comeback der SIHF-Ensembles generell auf grossen Anklang. Der Davoser Spiritus Rector Arno Del Curto geht von einer erheblichen Erwartungshaltung aus, das schärfe aber die Sinne vor der olympischen Herausforderung. "Was will man Besseres?"

"Alles was man ausprobiert, ist gut. Die Aufregung wird gross sein, die Nationalspieler müssen bereit sein, die Situation richtig zu handhaben. Jeder kann etwas lernen", sagt der 61-jährige HCD-Coach vor seinem 22. Spengler Cup zur Nachrichtenagentur sda.

Der gemeinsame Auftritt der besten Schweizer ausserhalb der NHL gefällt selbstredend auch Marc Gianola. Der OK-Chef schaffte, worum sich die Turnierleitung jahrelang vergeblich bemüht hatte: Die Stars des SC Bern und der ZSC Lions sind in der Holzkathedrale zu Gast - mit dem offiziellen Segen ihrer CEOs Marc Lüthi und Peter Zahner, die nicht als glühende Befürworter der Hockey-Show bekannt sind.

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SDA-ATS