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Ein 43-jähriger Mazedonier ist am Freitag in Biel wegen vorsätzlicher Tötung und weiterer Straftaten zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er tötete in einem Streit vor einem Sexclub einen Widersacher.

Dieser Widersacher, ein 39-jähriger Kosovare, besuchte vor zwei Jahren zusammen mit zwei Kollegen im Ausgang den Sexclub in der Ortschaft Lätti bei Rapperswil BE. Bei diesem Besuch kam es in der Bar des Etablissements zu einem Streit zwischen ihm und dem Mazedonier.

Die beiden Schweizer Kollegen des Kosovaren vermochten - zusammen mit den Damen des Etablissements - den Streit zu schlichten. Dabei fielen aber harte Worte und es gingen ein T-Shirt und eine Halskette kaputt.

Die drei Kollegen befanden sich schon auf dem Heimweg, als sie beschlossen, umzukehren und den Mazedonier zur Rede zu stellen. Auf dem Parkplatz des Sexclubs eskalierte schliesslich die Situation.

Der Mazedonier stach zuerst auf einen der Schweizer Kollegen des Kosovaren ein, wie das Regionalgericht Berner Jura-Seeland nun festgehalten hat. Dieser wurde erheblich an der Schulter verletzt. Dann stach der Angeklagten auf den Kosovaren ein. Dieser starb kurz nach der Einlieferung ins Spital.

DNA am Messer gefunden

Der Mazedonier gab am Prozess zu, ein Messer auf sich getragen zu haben. Er bestätigte auch, dass das Messer, welches die Polizei nach der Tat unweit des Sexclubs fand, ihm gehörte. Er wisse aber nicht, wer die Messerstiche ausgeführt habe, sagte er.

Für das Gericht steht aber zweifelsfrei fest, dass der Mann der Messerstecher ist. Am Messer sei DNA, also Erbgut, des Mazedoniers und des tödlich verletzten Kosovaren gefunden worden, sagte die Gerichtspräsidentin in der Urteilsbegründung vom Freitag. An der Fensterkurbel des Autos des Mannes seien zudem Blutspuren von beiden Opfern gefunden worden.

Freispruch oder lange Freiheitsstrafe

Der Staatsanwalt hatte am fünftägigen Prozess eine Freiheitsstrafe von 12 Jahren gefordert, der Verteidiger des Mazedoniers einen Freispruch im Hauptvorwurf der vorsätzlichen Tötung. Der Mann habe sich gegen die drei Kollegen nur wehren wollen. Im dynamischen Geschehen der Rangelei könne dem Mann keine Tötungsabsicht nachgewiesen werden.

Wieso es zum ersten Streit in der Bar des Sexclubs kam, konnte am Prozess niemand sagen. "Leider", sagte einer der Schweizer Kollegen des Kosovaren vor Gericht auch, habe man im Auto beschlossen umzukehren. "Wir wären besser alle nach Hause gegangen."

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SDA-ATS