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Die iTunes-Plattform von Apple hat das Musikgeschäft revolutioniert und den Grundstein für die boomende App-Ökonomie gelegt. Zum 10. Geburtstag muss sich der Pionier dem zunehmenden Wettbewerb stellen.

Vor zehn Jahren war die Musikindustrie verzweifelt. Die CD-Verkäufe waren im Sinkflug. Im Internet grassierte die Musik-Piraterie mit immer neuen Tauschbörsen. Und eigene Abo-Dienste der Musikverlage im Netz fanden kaum Nutzer wegen komplizierter Bedienung und umständlicher Kopierschutz-Auflagen.

Da schlug die Stunde von Apple: Am 28. April 2003 präsentierte Steve Jobs den "iTunes Music Store". Aus einem Angebot von zunächst gerade einmal 200'000 Songs entstand der grösste Musikhändler der Welt und die Basis für Apples boomendes Download-Geschäft mit 500 Millionen zahlenden Kunden. Aber der Konkurrenzkampf wird härter.

Es war ironischerweise ausgerechnet der kleine Marktanteil von Apple, mit dem Steve Jobs die misstrauische Musik-Branche köderte. Schliesslich begann damals erst der Siegeszug von Apples iPod-Playern und die Macs machten gerade einmal fünf Prozent des PC-Geschäfts aus: "Wir erklärten, dass der Schaden ziemlich begrenzt wäre, wenn der Store floppt", erinnerte sich Jobs in seiner Biografie.

Er hatte sich zunächst dagegen gewehrt, den iTunes-Store auch Windows-Nutzern zugänglich zu machen - am Ende ebnete der Schritt auf die PC-Plattform den Weg zu Apples Dominanz im Musikmarkt.

Raubeiniger Jobs

Der Schlüssel war Jobs' Meisterleistung, die zerstrittenen grossen Musikkonzerne unter ein Dach zu bringen. Kaum jemand hielt das für möglich, der Erfolg schockierte unter anderem Microsoft-Gründer Bill Gates. Die Musik-Manager lernten bei den Verhandlungen den "guten" und auch den "bösen" Steve kennen.

"Ihnen geht wohl der Arsch auf Grundeis, was?", fuhr der notorisch raubeinige Apple-Gründer die Industrie-Kapitäne gleich beim ersten Treffen an. Später scheute er dagegen keine Mühe, um die Manager zu umgarnen.

Jobs war überzeugt, dass das beste Mittel gegen Raubkopien eine einfache und günstige legale Alternative sein musste. Er setzte durch, dass die Songs quer durch die Bank 99 Cent kosteten und auch einzeln heruntergeladen werden durften.

Diese Entscheidungen gaben auf Jahre den Ton für die Entwicklung des Musikgeschäfts an. Als Apple schliesslich dem Drängen der Musik-Industrie nachgab und flexiblere Preise zwischen 69 Cent und 1,29 Dollar bzw. Euro zuliess, konnte Jobs als Gegenleistung das Ende des Kopierschutzes aushandeln.

393 Lieder pro Sekunde

Mittlerweile wurden bei Apple 25 Milliarden Songs heruntergeladen. Aktuell seien es 393 Lieder pro Sekunde, rechnet das Unternehmen vor. Das Angebot ist auf 26 Millionen Titel angewachsen. Mit dem iPhone kamen Apps hinzu, die ebenfalls milliardenfach heruntergeladen werden.

Zum Start des iPad-Tablets folgten digitale Bücher. Das nächste grosse Kapitel von iTunes könnte das TV-Geschäft werden, wo Apple dem Vernehmen nach schon seit Jahren um Inhalte der grossen US-Anbieter ringt. Allerdings konnte selbst Jobs mit all seinem Verhandlungsgeschick den Widerstand der Fernseh-Manager nicht knacken.

Doch gerade in der iTunes-Keimzelle, dem Geschäft mit Musik, gewinnt die Konkurrenz an Kraft. Mit dem Vormarsch von Smartphones und günstiger Datenleitungen werden einst verpönte Abo-Modelle attraktiv für Nutzer.

Man muss dabei die Musik noch nicht einmal herunterladen - sie wird direkt aus dem Internet abgespielt. Solche Streaming-Dienste wie Spotify oder Rdio legen stetig zu. Im amerikanischen Online-Musikgeschäft sank der iTunes-Anteil den Marktforschern der NPD Group zufolge von 69 Prozent im Jahr auf 63 Prozent.

Apple will laut Medienberichten mit einem eigenen Online-Musikradio dagegenhalten. Der Start des Dienstes verzögert sich allerdings - angeblich wieder einmal wegen zäher Gespräche mit den Musik-Konzernen.

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SDA-ATS