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Bei einer der schlimmsten Katastrophen der deutschen Luftfahrt haben alle 150 Insassen eines Germanwings-Airbus in Frankreich ihr Leben verloren. Die Absturz-Ursache auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf ist unklar.

An Bord der Maschine seien 144 Passagiere gewesen - darunter zwei Babys - sowie sechs Besatzungsmitglieder, sagte der Chef der Lufthansa-Tochter Germanwings, Thomas Winkelmann, vor Journalisten am Flughafen Köln/Bonn. Die Katastrophe überlebte nach Angaben der französischen Regierung keiner der Insassen des Airbus A320.

Unter den Toten sind vermutlich 67 Deutsche; den spanischen Behörden zufolge hatten 45 Passagiere spanische Familiennamen. Nach belgischen Angaben kam auch mindestens ein Belgier ums Leben. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) klärte ab, ob Schweizer Staatsangehörige an Bord der Unglücksmaschine waren.

Man könne keine endgültigen Angaben zu den Nationalitäten bekanntgeben, sagte Germanwings-Chef Winkelmann am Dienstagabend an einer zweiten Medienkonferenz in Köln. Die nächsten Informationen stellte er für Mittwochmorgen in Aussicht.

Im Airbus sass nach Angaben der Regierung des westdeutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen auch eine Schülergruppe aus der Stadt Haltern. Es seien 16 Austauschschüler eines Spanischkurses der zehnten Klasse zusammen mit zwei Lehrerinnen an Bord gewesen, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin und Schulministerin Sylvia Löhrmann im Sender WDR.

Der Halterner Bürgermeister Bodo Klimpel sagte, es sei der "schwärzeste Tag in der Geschichte unserer Stadt". Die Angehörigen würden seelsorgerisch betreut.

Schwierige Bergung

Der Airbus A320 war am Vormittag rund eine Stunde nach dem Start in Barcelona in Frankreich abgestürzt. Die Maschine habe ihre Reiseflughöhe gegen 10.45 Uhr erreicht, eine Minute später aber wieder verlassen, sagte Germanwings-Chef Winkelmann.

Der Airbus sei aus unbekannten Gründen in einen Sinkflug gegangen, der acht Minuten gedauert habe. Dann sei der Kontakt zur französischen Flugsicherung abgebrochen und die Maschine sei abgestürzt. Widersprüchliche Informationen gab es laut Germanwings dazu, ob die Piloten einen Notruf absetzten oder nicht.

Die Trümmer der Maschine wurden in der Region zwischen Digne und Barcelonnette in den südlichen Alpen entdeckt. Nach Angaben der Rettungskräfte vor Ort zerschellte das Flugzeug auf 1500 Metern Höhe unter dem Massiv von Estrop im Tal von Blanche.

Die verschneite Absturzstelle nahe dem Dorf Meolans-Revel ist schwer zugänglich; die Einsatzkräfte müssen von Helikoptern aus abgeseilt werden. Die Bergung der Leichen wird daher nach Angaben der Polizei voraussichtlich mehrere Tage dauern. Zudem verschlechterte sich das Wetter am Dienstag zusehends.

Die Wucht des Aufpralls der Maschine macht nach Ansicht des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve wenig Hoffnung auf Überlebende. Nach seinen Angaben sind Hunderte von Soldaten der Gendarmerie sowie etwa ebenso viele Feuerwehrleute, zehn Helikopter und ein Militärflugzeug rund um den Absturzort im Einsatz.

Christophe Castaner, Abgeordneter der Region Alpes-de-Haute-Provence, der gemeinsam mit Cazeneuve die Unfallstelle überflog, schrieb auf Twitter: "Das Flugzeug ist total zerstört. ... Entsetzliche Bilder in dieser Berglandschaft. Es bleibt nichts ausser Trümmern und Körpern."

Flugschreiber gefunden

Die Unglücksursache blieb zunächst völlig unklar. Frankreichs Premierminister Manuel Valls sagte im französischen Parlament: "Zum jetzigen Zeitpunkt kann keine Hypothese ausgeschlossen werden." Auch Germanwings-Chef Winkelmann wollte sich nicht zu einer möglichen Ursache äussern.

Ein Flugschreiber der abgestürzten Maschine wurde nach Angaben des französischen Innenministeriums am Dienstagnachmittag gefunden. Französische und deutsche Spezialisten - unter ihnen Experten von Germanwings, Lufthansa und Airbus - wurden zum Unglücksort geflogen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von "erschütternden Nachrichten". Den Betroffenen sicherte sie "Hilfe und Beistand" der Bundesregierung zu. Sie wollte am Mittwoch an den Absturzort reisen.

Die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga sprach im Namen der Landesregierung und der Schweizer Bevölkerung den Angehörigen der Opfer ihr tief empfundenes Beileid aus. Ihre Gedanken seien bei den Familien und Freunden der Passagiere und Besatzungsmitglieder des Flugzeuges.

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SDA-ATS