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Sofia - In bulgarischen Heimen sind nach Angaben von Menschenrechtlern in den vergangenen zehn Jahren über 230 behinderte Kinder an Unterernährung oder falscher medizinischer Betreuung gestorben. Ein Bericht deckte auch Misshandlungen auf.
In dem beobachteten Zeitraum seien 238 Kinder wegen zahlreicher Missstände in den Heimen ums Leben gekommen, heisst es in einem am Montag in Sofia vorgestellten Bericht der internationalen Menschenrechtsorganisation Helsinki-Komitee.
Kinder seien mit gefährlichen Medikamenten behandelt oder betäubt worden. Oft seien die Kinder an ihren Betten gefesselt und vom Personal grausam behandelt worden, heisst es in dem Bericht weiter. Sieben Heimkinder sollen sexuell missbraucht worden sein. In Bulgarien werden 23 Heime für behinderte Kinder vom Staat finanziert.
Nach der Veröffentlichung des Berichts leitete die Staatsanwaltschaft rund 200 Ermittlungsverfahren wegen ungeklärter Todesfälle und Missbrauchs geistig behinderter Kinder ein. 80 Prozent der Todesfälle seien weder der Polizei noch den Behörden gemeldet worden, sagte Generalstaatsanwalt Boris Welschew.
Die schrecklichen Bedingungen in den staatlichen Heimen veranlassten die Behörden zudem, eine Reihe von Einrichtungen zu schliessen. Die Eltern wurden aufgefordert, wieder selbst für ihre behinderten Kinder zu sorgen, anstatt sie wie zu Zeiten des Kommunismus in Heime abzugeben.
Wie die bulgarische Kinderschutzbehörde am Montag mitteilte, plant sie 2013 alle Heime für geistig behinderte Kinder zu schliessen. Sie sollen durch kleinere Tagesbetreuungszentren ersetzt werden.

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SDA-ATS