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Beim Einsturz eines illegal errichteten Hochhauses nahe der indischen Finanzmetropole Mumbai sind mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. Darunter waren zwölf Kinder.

Mindestens 69 Menschen seien verletzt worden, als das Gebäude am Vorabend in dem Ort Thane kollabierte, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. 40 Menschen seien aus den Trümmern gerettet worden. Das Haus sei noch im Bau gewesen.

Dennoch seien von sieben fertiggestellten Stockwerken vier bewohnt gewesen. Die ganze Nacht lang suchten Rettungskräfte in einem etwa acht Meter hohen Berg aus Schutt nach Überlebenden. Mit Baggern und Stahlschneidern versuchten Helfer und Anwohner, sich durch Trümmer, Stahl und Beton zu arbeiten, während eine riesige Menge zuschaute.

Als es gelang, zwei Kleinkinder lebend zu bergen, gab es Jubel und Applaus. Die Nachrichtenagentur IANS meldete, noch zwölf Stunden nach dem Unglück sei es Helfern gelungen, fünf Kinder aus den Trümmern zu bergen.

Wie ein Kartenhaus

Zunächst stürzte Polizeiangaben zufolge ein Teil des im Bau befindlichen siebenstöckigen Gebäudes ein, kurz darauf sei der Rest zusammengebrochen. Bei den Opfern handle es sich um Wander-Bauarbeiter und deren Angehörige, die mit auf der Baustelle lebten, sagte ein Polizist weiter.

Teilweise lebten die Menschen bereits in dem Rohbau selbst, etwa die Schülerin Hasina Shaikh und ihre Familie, die im fünften Stock wohnten. Sie sei gerade von der Schule nach Hause gekommen, als sich das Unglück ereignete, sagte Hasina der Zeitung "DNA".

"Als ich wieder zu Bewusstsein kam, war ich im Spital." Der 36-jährige Mohammed Anwar beobachtete den Einsturz von aussen, während sein Schwiegervater im Inneren Schreinerarbeiten versah. "Ich sah das Gebäude einstürzen wie ein Kartenhaus", berichtete er in der Zeitung.

In Rekordzeit hochgezogen

"Das Gebäude wurde in eineinhalb Monaten errichtet", sagte der Arbeitsminister des Bundesstaats Maharashtra, Ganesh Naik. "Also muss der Bau natürlich mangelhaft gewesen sein."

Die erforderlichen Genehmigungen für den Bau lägen nicht vor. Der Polizeisprecher sagte, der Bauunternehmer sei geflohen. Nach ihm werde wegen vorsätzlicher Tötung gefahndet.

Der Nachrichtensender CNN-IBN berichtete, in Thane gebe es rund 250 solcher illegaler Gebäude, gegen deren Bauherren die örtlichen Behörden nicht vorgingen. Mumbais wachsende Bevölkerung und der Zuzug von Arbeitssuchenden aus ländlichen Gegenden haben den Bedarf nach Wohnraum in den vergangenen Jahren stark steigen lassen.

Die Behörden leiteten Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein, wie der örtliche Polizeivertreter K.P. Raghuvanshi sagte. Es gebe zwei Bauherren, nach denen gesucht werde.

In Indien stürzen immer wieder Gebäude ein, zahlreiche Menschen sterben dabei. Häuser werden oft ohne Baugenehmigung und mit schlechten Materialien errichtet. Im November 2010 starben in der Hauptstadt Neu Delhi mehr als 60 Menschen, als ein mehrstöckiges Wohnhaus kollabierte.

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SDA-ATS