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Ein 66-Jähriger, der in Deutschland den Lebensmitteldiscounter Aldi mit vergifteten Getränken erpresst hatte, ist am Freitag zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Hintergrund des Erpressungsversuchs über 800'000 Euro sollen Finanzprobleme gewesen sein.

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, hatte der Mann damit begonnen, in einer Bremer Filiale vergiftete Lebensmittel zu platzieren und Kosmetik-Artikel unbrauchbar zu machen. Ausserdem zerstörte er Kleidungsstücke mit Schwefelsäure. Verletzt wurde niemand.

Der selbstständige Stahlbau-Konstrukteur hatte nach eigenen Angaben kaum noch Aufträge erhalten. Die Erpressungs-Idee kam ihm nach einem Bericht im Fernsehen.

"Ich habe das dann weitergesponnen", sagte er den Richtern des Essener Landgerichts. In fast 20 Drohbriefen hatte er zwischen März und September 2010 mit der Vergiftung von Lebensmitteln gedroht und seine Pläne auch gleich in die Tat umgesetzt. In einem Erpresserschreiben heisst es:"Es besteht absolute Lebensgefahr für Sie und Ihre Kunden."

Gift in Apfelschorle

Vor Gericht beteuerte der Mann jedoch, dass seiner Meinung nach keine direkte Gefahr bestanden habe. Füllmenge, Färbung und Geruch seien eindeutige Hinweise darauf gewesen, dass mit den Produkten irgendetwas nicht stimmte. "Da hätte sich sicherlich kein Kunde dran vergriffen."

Staatsanwalt Thomas Holz sah das jedoch anders. Vor allem für Kinder und sehbehinderte Kunden sei die mit Lösungsmitteln versetzte Apfelschorle durchaus gefährlich gewesen. "In einem hastigen Moment, im Sommer, schluckt man das schnell herunter."

Die Geldübergabe sollte in Form einer Schnitzeljagd erfolgen, die von einem Autobahnrastplatz aus über die Parkplätze mehrerer Möbelhäuser bis zu einem Ärztehaus führte. Die Übergabe scheiterte jedoch, da sich der Angeklagte beobachtet fühlte.

Kommissar Zufall

Fakt ist: Über 100 Polizeibeamten hatten den Erpresser, der sich "Koslowski" nannte, damals gejagt. Die Kontaktaufnahme lief über Zeitungs-Inserate.

Am Ende half den Beamten jedoch ein Zufall. Nach einem Kreditbetrug war der Computer des 66-Jährigen beschlagnahmt worden. Auf der Festplatte befanden sich die Erpresserbriefe.

Im Prozess hat der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich entschuldigt. Mit dem Urteil blieben die Richter unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die fünfeinhalb Jahre Haft gefordert hatte.

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SDA-ATS