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Die Zugfahrt von Zürich nach Lugano TI soll ab 2020 weniger als zwei Stunden dauern. Heute müssen Bahnkunden für die Strecke mindestens 2 Stunden und 37 Minuten einrechnen. Möglich wird die Fahrzeitverkürzung durch die Eröffnung der Basistunnels durch den Gotthard und den Ceneri.

Die Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels ist für Ende 2016 geplant, jene des Ceneri-Basistunnels für Ende 2019. Die Arbeiten am Ceneri sind allerdings ein halbes Jahr im Rückstand, wie die NEAT-Aufsichtsdelegation in ihrem Bericht 2012 festhielt.

In wenigen Jahren würden die Deutschschweiz und das Tessin näher zusammenrücken, sagte SBB-Chef Andreas Meyer am Donnerstag in Bellinzona gemäss einer Mitteilung. Letzte Details zu den Fahrplankonzepten für die Nord-Süd-Achse werden laut SBB in den nächsten Monaten geklärt.

Auch die norditalienische Modemetropole Mailand wird durch das Jahrhundertbahnprojekt per Bahn schneller erreichbar. Ab 2020 soll die Fahrzeit ab Zürich weniger als drei Stunden betragen. Heute dauert die schnellste Verbindung 3 Stunden und 41 Minuten.

Ab 2014 teilweise Halbstundentakt

Der Zeitgewinn, der sich voraussichtlich ab 2016 durch den neuen Gotthard-Basistunnel ergibt, geht durch Baustellen teilweise wieder verloren.

So soll ab 2017 die Strecke am Axen im Kanton Schwyz saniert werden. Die Verbindung Zürich-Lugano wird ausserdem durch die Sperrung der Zugersee-Ostseite in den Jahren 2017 und 2018 beeinträchtigt. Erst nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels profitieren die Bahnkunden dann gemäss SBB vom vollen Fahrzeitgewinn.

Die Verbindung zwischen Zürich und Lugano soll nicht nur schneller werden, sondern häufiger befahren werden. Bereits ab nächstem Jahr verkehrt gemäss SBB teilweise alle 30 Minuten ein Zug, ab 2020 soll dann durchgehend der Halbstundentakt gelten.

Verdoppelung der Passagiere

Zusammen mit der Fahrzeitverkürzung sollen die zusätzlichen Züge deutlich mehr Passagiere auf die Nord-Süd-Achse locken. Fahren heute jeden Tag 9000 Personen mit der SBB durch den Gotthard, prognostiziert die Bahn bis 2025 eine Verdoppelung der Nachfrage.

Um die zusätzlichen Bahnreisenden aufnehmen zu können, braucht die SBB neue Züge. Im April hat sie die Beschaffung von 29 neuen Triebfahrzeugen für rund 800 Millionen Franken öffentlich ausgeschrieben.

Die 13 Kantone, die dem Gotthard-Komitee angehören, zeigten sich am Donnerstag in einer Stellungnahme erfreut über die geplante Fahrzeitverkürzung sowie den angestrebten Halbstundentakt. Das Komitee erneuerte gleichzeitig seine Forderung, den Ausbau der Gotthard-Zufahrtachsen zu forcieren.

Konzept für alte Gotthard-Strecke

Wie die SBB bereits im Frühling erklärt hatte, will sie die bisherige Gotthard-Bergstrecke auch nach der Eröffnung des Basistunnels befahren - und zwar mit einem Zug pro Richtung und Stunde.

Wie SBB-Chef Meyer am Donnerstag in Bellinzona darlegte, sollen die Interregio-Züge ab Basel und Zürich dazu künftig bis Erstfeld fahren. Die Züge von TILO, des Tochterunternehmens von SBB und Trenitalia, sollen wiederum über Biasca hinaus bis nach Erstfeld verlängert werden.

Noch ist aber nicht klar, ob die SBB dereinst die alte Bergstrecke bedienen wird. Denn kürzlich hat auch die Schweizerische Südostbahn (SOB) ihr Interesse an der Strecke angemeldet. Der Entscheid, wer die Konzession für die Gotthard-Bergstrecke erhält, fällt nach Angaben des Bundesamts für Verkehr vom Donnerstag voraussichtlich 2014 oder 2015.

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SDA-ATS