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Achtjähriges Mädchen kommt in Zürcher Cevi-Pfingstlager ums Leben

Tragisches Unglück in einem Cevi-Pfingstlager im zürcherischen Oetwil an der Limmat: Weil die Sicherung an einer selbstgebauten Seilbahn versagte, prallte ein achtjähriges Mädchen am Sonntag praktisch ungebremst in einen Baum und zog sich schwere Kopfverletzungen zu. Es starb am Abend im Spital.

Geplant war, dass die 27 Mädchen und Knaben einer Cevi-Abteilung aus dem Kanton Zürich auf einer selbstgebauten Seilbahn in die Tiefe sausen sollten. Die Strecke, welche die 13 Leiterinnen und Leiter dafür ausgesucht hatten, war 100 Meter lang und führte 40 Meter in die Tiefe.

Die Enden eines langen Seils wurden dazu je an einem Baum befestigt und die kleinen Teilnehmer in Klettergurte gesteckt. Mit einem zweiten Seil, das als Sicherung dienen sollte, hätten sie dann in kontrollierter Geschwindigkeit bergab fahren sollen und wären unten von einem Leiter in Empfang genommen worden.

Wie die Kantonspolizei Zürich mitteilte, konnten mehrere Fahrten problemlos durchgeführt wurden bis dann beim achtjährigen Mädchen die Sicherung versagte. Die Schussfahrt konnte nicht mehr gestoppt werden. Zwar versuchte der Leiter, der unten auf das Kind wartete, den Aufprall noch abzudämpfen - allerdings vergeblich. Die Kleine raste praktisch ungebremst in den Baum und verletzte sich schwer am Kopf.

Die Cevi-Leiter leisteten sofort erste Hilfe und alarmierten die Ambulanz. Schliesslich wurde das Mädchen mit dem Helikopter ins Spital geflogen, wo es am späteren Abend starb.

Abschiedsgottesdienst

Mit einem Gottesdienst nahmen die Leiter und Teilnehmer des Lagers am Montagmorgen von der Verstorbenen Abschied. Kinder, Leiter und Angehörige werden von einem Care-Team der Kantonspolizei und von weiteren Seelsorgern betreut.

Der Dachverband Cevi Schweiz ist vom Unglück zutiefst erschüttert und sehr betroffen, schreibt die Jugendorganisation auf ihrer Webseite. So lange der Fall nicht geklärt sei, würden keine weiteren Seilbahnkonstruktionen mehr gebaut.

In den nächsten Tagen gehe es dem Verband aber vor allem darum, den Angehörigen und Leitern beizustehen.

Das Pfingstlager in Oetwil fand gemäss den Vorgaben und Richtlinien von Jugend und Sport (J+S) des Bundes statt. Die Leiter sind somit verpflichtet, Ausbildungen und Weiterbildungen zu absolvieren. In diesen lernen sie unter anderem den Bau solcher Seilbahnen und erste Hilfe.

Wie eine Sprecherin der Kantonspolizei Zürich auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, gibt es noch keine Hinweise darauf, weshalb die Sicherung versagte. Die genauen Umstände werden nun durch das Forensische Institut Zürich, die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft abgeklärt.

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