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Der ägyptische Innenminister Mohammed Ibrahim hat am Donnerstag einen Autobombenanschlag auf seinen Konvoi überlebt. Bei der Detonation in der Nähe von Ibrahims Wohnhaus im Viertel Nasr City der Hauptstadt Kairo starb eine Person. Die Behörden zählten 73 Verletzte.

Über die Urheber des Anschlags gab es keine Angaben. Ein hochrangiges Mitglied der Muslimbrüder verurteilte jedoch den Anschlag.

Die Details zum Tathergang blieben auch Stunden nach der Explosion unklar und widersprüchlich. Nach Angaben aus dem ägyptischen Innenministerium explodierten am Vormittag in der Nähe des Hauses des Ministers kurz hintereinander mehrere Sprengsätze, als sich Ibrahim auf den Weg ins Ministerium machte. Er wurde von einer Wagenkolonne mit Leibwächtern begleitet.

Berichte, wonach ein Sprengsatz aus einem Mietshaus auf die Wagenkolonne geworfen worden war, wurden von offizieller Seite nicht bestätigt. Unklar blieb auch, ob es sich bei dem Toten, dessen Gliedmassen am Tatort gefunden wurden, um einen Selbstmordattentäter handelt, oder um ein Opfer des Anschlags. In ersten Berichten war noch von einem getöteten Polizisten die Rede gewesen.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte war ein mit Sprengstoff präpariertes Auto am Strassenrand geparkt. Die Explosion habe sich gegen 10.30 Uhr (Ortszeit und MESZ) ereignet. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP sah am Tatort einen völlig zerstörten Wagen. Auch ein Schaufenster und andere Autos wurden beschädigt.

Die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena berichtete, unmittelbar nach dem Anschlag seien die zu Ibrahims Ministerium im Stadtzentrum führenden Strassen von der Polizei gesperrt worden.

Beginn einer Terrorwelle?

Ibrahim selbst äusserte sich etwa zwei Stunden nach dem Vorfall im Staatsfernsehen. Er sprach von einem "feigen Versuch", ihn zu ermorden, und "zahlreichen Verletzten" unter seinen Leibwächtern. Zugleich warnte er vor einer "Welle des Terrorismus", die er bereits befürchtet habe. Deswegen habe er auch Mitte August Protestcamps von Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo auflösen lassen.

Das ägyptische Kabinett teilte mit, es werde mit "eiserner Hand" gegen jeden vorgehen, der die nationale Sicherheit bedrohe. Das "Verbrechen" werde die Regierung nicht daran hindern, weiter mit "Stärke und Entschlossenheit" gegen den "Terrorismus" zu kämpfen.

Das Attentat auf Ibrahim war der erste Anschlag mit einer Autobombe in Ägypten seit mehreren Jahren. Verbindungen zur Räumung der Lager am 14. August wurden vom Regime umgehend hergestellt. Bei den Polizeieinsätzen gegen Mursis Anhänger waren hunderte Menschen getötet worden. In den folgenden Wochen gab es landesweit immer wieder gewaltsame Ausschreitungen.

Muslimbruder distanziert sich

Mursi war am 3. Juli vom Militär gestürzt worden. Seither ist eine Übergangsregierung im Amt, der auch Ibrahim angehört. Die Islamisten fordern weiterhin Mursis Wiedereinsetzung ins Amt.

Die "Anti-Coup-Allianz", in der die Anhänger von Mursi vereinigt sind, verurteilte den Anschlag auf Ibrahim entschieden. "Der Anschlag, der angeblich auf den Innenminister zielte, ist bedauerlich und die Allianz verurteilt ihn klar", wird das hochrangige Mitglied der Muslimliga, Amr Darrag, auf der Webseite des katarischen Fernsehsenders Al-Dschasira zitiert.

Auch die Organisation Gamaa Islamija, die in den 1990er Jahren zahlreiche Attentate in Ägypten verübte, bekannte, verurteilte den Anschlag auf Ibrahim. Sie verwies auf ihre "Ablehnung von Gewalt und des Terrorismus".

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SDA-ATS