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Das Energiesparpotenzial von Haushalten älterer Menschen wird oft nicht ausgeschöpft. (Archivbild)

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

(sda-ats)

In Haushalten von älteren Menschen besteht gemäss einer Nationalfonds-Studie ein beträchtliches Energiesparpotenzial. Insbesondere für Einfamilienhausbesitzer ist aber die Finanzierbarkeit einer Sanierung problematisch.

"Für viele Menschen ist das Thema Wohnen im Alter noch ein Tabu", wird Heinz Rütter, Leiter des Forschungsprojekts Energiesparpotenziale in Haushalten von älteren Menschen" in einer Mitteilung des Nationalfonds vom Mittwoch zitiert.

Die persönliche Auseinandersetzung mit der künftigen Lebens- und Wohnsituation sei jedoch ein Schlüsselfaktor für die Ausschöpfung von Energiesparpotenzialen. Aber auch auf institutioneller Ebene wird das Thema laut Rütter nur zögerlich angegangen.

Neue Hypotheken kaum tragbar

So bestehe ein beachtliches Potenzial, ältere Menschen zu energiesparendem Wohnen zu motivieren. Dazu brauche es innovative, volkswirtschaftlich vertretbare Anpassungen am bestehenden System, damit auch für Personen über 60 Jahre Hypotheken für energetische Sanierungen und bauliche Verdichtungen tragbar seien.

Insbesondere für Einfamilienhaus-Eigentümer sei die Finanzierbarkeit mit einer Aufstockung der Hypothek beziehungsweise einer neuen Hypothek problematisch. Mit einem von den Banken angewandten kalkulatorischen Zinssatz von fünf Prozent erfüllten viele bereits vor der Pensionierung die geforderte Tragbarkeit nicht mehr.

Der Finanzsektor und die Politik seien gefordert, wenn das Potenzial der älteren Liegenschaften genutzt werden soll, stellt Thomas Ammann vom Hauseigentümerverband Schweiz (HEV Schweiz) fest. Erste konkrete Aktivitäten, um die energetische Wohnsituation in Haushalten älterer Menschen zu optimieren, werden derzeit zusammen mit dem HEV Schweiz in einem Umsetzungsprojekt des Nationalen Forschungsprogramms "Steuerung des Energieverbrauchs" realisiert.

Befragung zeigt beachtliches Potenzial

Eine repräsentative Befragung der Bevölkerung ab 55 Jahren hat gemäss Nationalfonds ein beachtliches Potenzial für Einsparungen gezeigt. 15 Prozent der Einfamilienhaus-Eigentümer planten in den nächsten fünf Jahren eine Veränderung, und für weitere 54 Prozent sei eine Veränderung langfristig denkbar. Bei den Eigentümern von Eigentumswohnungen seien es acht beziehungsweise 47 Prozent.

Trotz heterogener Wohn- und Lebenssituation seien Motivation und Hemmnisse für das Ergreifen der Strategien ähnlich. Als Motiv für eine energetische Sanierung oder eine Verdichtung werde häufig genannt, das Klima schützen und Energie sparen zu wollen.

Mit einer baulichen Verdichtung sowie durch Untervermietung könnten der Wohnraum effizienter genutzt und ein Mehrwert beziehungsweise ein zusätzliches Einkommen erzielt werden. Gleichzeitig werde der Wohnkomfort erhöht. Die Verdichtung spare zudem beträchtliche Mengen an grauer Energie.

Wohnungen zu gross

Die Wohnsituation der Babyboomer-Generation sei energetisch besonders interessant, weil mit zunehmendem Alter nicht nur die Wohnfläche und damit der Energieverbrauch pro Person stiegen, sondern gleichzeitig die Wohnung auch von den Betroffenen selbst als zu gross eingeschätzt würden.

In Interviews mit Haus- und Wohnungseigentümern und Mietern sowie mit Investoren, Betreibern und Hausverwaltungen hätten sich drei grundlegende Energiespar-Strategien für Haushalte älterer Menschen gezeigt, nämlich energetische Sanierungen, bauliche und soziale Verdichtung oder der Umzug in eine kleinere Wohnung.

Praktisch alle Eigentümer von Wohnraum sowie auch Mieterinnen und Mieter hätten eine generelle Unsicherheit in Bezug auf ihre künftige Wohn- und Lebenssituation gezeigt und tendierten dazu, sich möglichst viele Optionen offenzuhalten.

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SDA-ATS