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Ärztliche Medikamenten-Abgabe bleibt vorläufig erlaubt

Ärzte dürfen vorläufig weiterhin Medikamente abgeben: Der Bundesrat verzichtet darauf, der Medikamentenabgabe im Rahmen der Heilmittelgesetz-Revision einen Riegel zu schieben. Das Thema ist damit aber noch nicht vom Tisch.

Noch unter Gesundheitsminister Pascal Couchepin hatte der Bundesrat im Herbst 2009 angekündigt, im Rahmen der Heilmittelgesetz-Revision die Medikamentenabgabe in der Arztpraxis verbieten zu wollen. Heute ist dieser direkte Verkauf in über der Hälfte der Kantone erlaubt.

Von einem Verbot versprach sich Couchepin Einsparungen: Es habe sich gezeigt, dass Ärztinnen und Ärzte mehr Medikamente verschrieben, wenn sie diese gleichzeitig verkauften, gab er zu bedenken. Die Ärzte liefen aber gegen die Pläne Sturm.

Vorlage nicht gefährden

Deshalb will der Bundesrat nun die Frage der so genannten Selbstdispensation aus der Gesetzesrevision ausklammern. Alles andere würde die ganze Vorlage gefährden, sagte Gesundheitsminister Didier Burkhalter am Mittwoch vor den Medien in Bern. Das wolle der Bundesrat nicht riskieren, dafür sei die Vorlage zu wichtig - gehe es doch um einen effizienteren Schutz der Gesundheit im Umgang mit Heilmitteln.

Künftige Änderungen bei der ärztlichen Medikamenten-Abgabe sind aber damit nicht ausgeschlossen: Der Bundesrat will nun zum einen abwarten, was die Ärzte vorschlagen. Zum anderen lässt er die Rollenteilung zwischen Ärzten und Apothekern selbst vertieft abklären.

Apotheker einbinden

Dabei sollen die geplanten Neuerungen im Gesundheitswesen berücksichtigt werden, namentlich die integrierten Versorgungsnetze. In solchen Netzen sollen sich verschiedene Leistungserbringer zusammenschliessen, etwa Ärztinnen und Physiotherapeuten.

Das Departement des Innern (EDI) soll nun prüfen, ob die Fachkompetenzen der Apothekerinnen und Apotheker in der integrierten Versorgung besser genutzt werden könnten.

Budget-Verantwortung als Mittel

Wenn - wie vorgesehen - Ärzte in Versorgungsnetzen auch Budget-Verantwortung haben, rückt das Problem des Interessenkonflikts in den Hintergrund: In diesem Fall hätten die Ärzte nämlich keinen Grund, zu viele Medikamente zu verschreiben, erklärte Burkhalter.

Möglich wäre also zum Beispiel eine Regelung, wonach nur noch Ärzte Medikamente abgeben dürften, die sich solchen Managed-Care-Modellen anschlössen. Diese Fragen werden nun geprüft.

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