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Mit der landesweiten Übernahme der Sicherheitsverantwortung durch heimische Polizei- und Armeekräfte ist der geplante NATO-Abzug aus Afghanistan am Dienstag ein Stück näher gerückt. Präsident Hamid Karsai verkündete dies bei einer Zeremonie in einer Militärakademie nahe Kabul.

"Wenn die Menschen sehen, dass die Sicherheit an Afghanen übergeben wurde, werden sie die Armee und die Polizei mehr unterstützen als zuvor", sagte Karsai vor 2000 geladenen Gästen.

Er äusserte zudem die Hoffnung, dass künftig im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban weniger Zivilisten getötet würden. Die Luftwaffe dürfe nicht "in unseren Dörfern und bewohnten Gegenden" eingesetzt werden, sagte Karsai. Der NATO-geführten Truppe ISAF wird immer wieder vorgeworfen, bei Luftangriffen auf die Taliban afghanische Zivilisten zu töten.

Abzug bis Ende 2014

Die ISAF-Kampftruppen sollen bis Ende 2014 aus Afghanistan abziehen. Am Dienstag wurde die Verantwortung für die 95 unter ihrem Kommando verbliebenen Bezirke an afghanische Kräfte übergeben. Sie befinden sich in den unruhigen südlichen und östlichen Landesteilen, wo die Taliban besonders stark sind. Fortan sollen die rund 100'000 NATO-Soldaten im Land nur noch eine unterstützende Rolle haben. Es bleiben jedoch Zweifel, ob die etwa 350'000 afghanischen Sicherheitskräfte der Lage vollauf gewachsen sind.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüsste die Übernahme der Sicherheitsverantwortung durch die afghanischen Truppen nach zwölf Jahren. Die Entscheidung sei "ein wichtiger Meilenstein, an dem die afghanischen Soldaten und Polizisten die Verantwortung für die Sicherheit im ganzen Land übernehmen", erklärte Rasmussen in Kabul.

USA offen für Verhandlungen mit Taliban

Mit Blick auf die Taliban sagte Karsai, eine Delegation des Hohen Friedensrats solle zu Gesprächen mit den Aufständischen in das Golf-Emirat Katar entsandt werden. Dort haben die Taliban am Dienstag ein Büro eröffnet.

Die Taliban haben sich offen für eine Wiederaufnahme des Friedensprozesses mit der afghanischen Regierung gezeigt. Man habe geheime Gespräche mit der Regierung geführt und sei zu Friedensgesprächen bereit, teilte ein hochrangiger Vertreter der radikal-islamischen Gruppe am Dienstag mit.

Nach Informationen von NBC-News wollen Vertreter der USA und der Taliban erstmals Verhandlungen über eine friedliche Lösung für Afghanistan aufnehmen. Der amerikanische TV-Sender berief sich dabei auf einen hochrangigen Regierungsvertreter aus Washington. Ein erstes Treffen ist für die nächsten Tage in Katar angesetzt.

Zeremonie von Anschlag überschattet

Kurz vor Karsais Rede wurden bei einem Bombenanschlag in Kabul mindestens drei Zivilisten getötet und mehr als 20 weitere Menschen verletzt. Der Angriff galt dem bekannten afghanischen Abgeordneten Mohammed Mohakik. Er blieb unverletzt.

Angesichts zahlreicher Anschläge in jüngster Zeit wird bezweifelt, ob die Taliban wirklich an einer Aussöhnung interessiert sind oder nicht eher darauf setzen, mit Gewalt wieder an die Macht zu kommen.

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SDA-ATS