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London - Seit dem Erdbeben in Haiti vor fast einem Jahr sind Frauen und Mädchen in den Notunterkünften des Landes zunehmend sexueller Gewalt ausgesetzt. Dies ergab eine Studie der Menschenrechtsorganistaion Amnesty International.
Allein für die ersten 150 Tage nach dem Beben am 12. Januar 2010 seien in den Zeltstädten in der Hauptstadt Port-au-Prince und im Süden des Landes mehr als 250 Vergewaltigungen registriert worden, erklärte Amnesty International in London anlässlich der Veröffentlichung der neuen Studie.
Diese habe gezeigt, dass die Zahl von Übergriffen seit dem Beben stark angestiegen sei. Nahezu täglich wendeten sich Frauen wegen sexueller Misshandlungen bei Opferschutzstellen, meist nach nächtlichen Übergriffen bewaffneter Männer, erklärte die Organisation.
Für die gefährliche Situation in den Notunterkünften, in denen noch immer rund eine Million Menschen untergebracht seien, macht die Menschenrechtsorganisation vor allem mangelnde Sicherheitsvorkehrungen seitens der Behörden verantwortlich.
Insbesondere die Polizei kümmere sich nicht ausreichend um die Beschwerden von Vergewaltigungsopfern. Diese erhielten vielmehr oft zur Antwort, die Beamten könnten nichts ausrichten. "Haitis ohnehin schwaches Rechts- und Ordnungssystem" sei nach dem Beben "vollständig" zusammengebrochen, heisst es weiter.
Zudem seien die Zeltstädte völlig überfüllt und kaum zu überblicken. Dies mache es den Vergewaltigern leicht, sich dort ihre Opfer zu suchen. Hinzu komme die Tatsache, dass sie in der Regel keinerlei Strafen zu befürchten hätten.
Die nach der Präsidentenwahl vom Dezember neu zu bildende Regierung müsse den Schutz von Frauen und Mädchen in den Unterkünften sicherstellen, forderte die Menschenrechtsorganisation.
Bei der Katastrophe waren rund 250'000 Menschen gestorben, etwa 1,3 Millionen wurden obdachlos. Für die Studie "Nachbeben: Frauen reden offen über sexuelle Gewalt in Haitis Lagern" führte Amnesty Gespräche mit 50 Opfern von Vergewaltigungen.

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SDA-ATS