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Dieses Gedicht des Schweizers Eugen Gomringer soll übermalt werden, weil es angeblich sexistisch ist. Frauen zu bewundern, sagen Kritiker, heisse, sie zu erniedrigen. Die Akademie der Künste kontert die geplante Übermalung der "avenidas" mit einem eigenen Gomringer-Gedicht. (Archivbild)

Keystone/EPA/FELIPE TRUEBA

(sda-ats)

Als Protest gegen die geplante Übermalung eines Gedichts des bolivianisch-schweizerischen Lyrikers Eugen Gomringer an einer Berliner Hochschule zeigt die Akademie der Künste an ihrer Fassade nun ein anderes Werk des Dichters.

Mit dem Gedicht "schweigen", welches das Wort in unterschiedlichen Schriftzügen wiederholt, setze die Akademie ein Zeichen für die Kunstfreiheit, erklärte Präsidentin Jeanine Meerapfel am Dienstag. Die Worte an der Fensterfront in der ersten Etage im Haus am Brandenburger Tor sollen bis auf weiteres dort stehenbleiben.

"Das Wesen und die Freiheit der Kunst sind bedroht, wenn man sie zu instrumentalisieren versucht", erklärte Meerapfel. Gomringer, der Akademie-Mitglied ist, sei einer der bedeutendsten Vertreter der Konkreten Poesie.

Um das Gedicht "avenidas" des Schweizers gibt es seit Wochen eine Debatte über Zensur und Kunstfreiheit. Der Akademische Senat der Berliner Alice Salomon Hochschule hatte beschlossen, Gomringers auf Spanisch verfasstes Gedicht übermalen zu lassen - weil es sexistisch sei. Dabei geht es um den Satz: "Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer". Damit würden Frauen, so die Kritiker, zum Objekt männlicher Bewunderung degradiert.

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SDA-ATS