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Die Nationalräte Angelo Barrile (SP/ZH), Sibel Arslan (Grüne/BS), Karl Vogler (CVP/OW), Margreth Kiener-Nellen (SP/BE) und Henry Hohmann vom Transgender Network Switzerland TGNS (v.l.n.r.) beteiligen sich an der Aktion für eine bessere berufliche Integration von Transmenschen in der Schweiz.

Keystone/PETER SCHNEIDER

(sda-ats)

Die Arbeitslosigkeit bei Transmenschen liegt bei rund 20 Prozent und damit fünf Mal höher als der Schweizerische Durchschnitt. Ein Grund dafür sind die Bedingungen am Arbeitsplatz: Denn nach einem Outing werden Transmenschen oft diskriminiert.

Die negativen Erfahrungen reichen von Mobbying und falsch ausgestellten Arbeitszeugnissen bis hin zu sexueller Belästigung, verweigerten Taggeldern bei Geschlechtsanpassungen und Kündigungen, wie Alecs Recher, Leiter der Rechtsberatung von Transgender Networks Switzerland (TGNS), am Mittwoch vor den Medien sagte.

Zwar seien die ersten Reaktionen der Arbeitgeber nach einem Coming-out in der Regel positiv. Doch danach lasse die Unterstützung oft nach. Denn schon das Ansprechen mit dem falschen Pronomen sei für die Betroffenen auf die Dauer sehr belastend.

Im vergangenen Jahr gingen bei der TGNS-Rechtsberatung rund 300 Einzelanfragen ein, ein Drittel davon betrafen die Situation am Arbeitsplatz. Und praktisch alle Schlichtungen verliefen für die Transmenschen positiv. "Bis jetzt handelte es sich praktisch immer um Fehler der Arbeitgeber", sagte Recher.

Leider erhielten die Klagenden dabei nur eine geringe finanzielle Entschädigung. "Aber nur schon zu hören, dass ihnen Unrecht getan wurde, ist für diese Menschen sehr wichtig", sagte Recher.

Verantwortung der Arbeitgeber

Eine neue, nicht repräsentative TGNS-Umfrage bei 140 Personen aus der Deutsch- und der Westschweiz ergab, dass jedes fünfte Coming-out nicht erfolgreich verlief. Das Projekt wurde vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) mitfinanziert.

Rund 25 Prozent der Befragten verloren demnach nach ihrem Outing den Job oder mussten eine Verschlechterung ihrer beruflichen Situation in Kauf nehmen. Weniger als die Hälfte wurden am Arbeitsplatz mit ihrem neuen Geschlecht akzeptiert und 25 Prozent gaben an, von ihrem Arbeitgeber keine oder nur sehr wenig Unterstützung erfahren zu haben.

Aus diesen Ergebnissen schliesst TGNS Co-Präsident Henry Hohmann, dass ein erfolgreiches Coming-out massgeblich von der Unterstützung durch die Vorgesetzten abhängt. Diese trügen damit eine besondere Verantwortung gegenüber Transmenschen.

Aktion und Webseite lanciert

TGNS hat deshalb am Mittwoch die schweizweite Aktion "trans welcome" lanciert. Dazu gehört auch das Webportal transwelcome.ch mit Informationen zum Thema "Trans und Coming-out im Arbeitsumfeld". Rund 50 Unternehmen - unter anderem die Post, die SBB, Ikea, Tibits die ETH Zürich und zahlreiche kleinere Firmen - haben bereits die Erklärung für ein trans-freundliches Arbeitsumfeld unterzeichnet.

Der TGNS verlangt, dass die Schweizer Arbeitgebenden eine Vorreiterrolle für eine bessere berufliche Integration von Transmenschen einnehmen. Vor allem der Bund, die Kantone und Gemeinden müssten "als grösste Arbeitgeber mit einem guten Vorbild vorangehen und eine inklusive Arbeitskultur" auch für Transmenschen praktizieren.

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SDA-ATS