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Edgar Oehler hat bei seinem letzten Auftritt als Verwaltungsratspräsident der Arbonia-Forster-Gruppe (AFG) nochmals Kritik von Aktionären zu hören bekommen. Die Generalversammlung erteilte Oehler dann aber mit zwei Dritteln der Stimmen Décharge.

"Wer Ecken und Kanten hat, eckt auch an", sagte der 69-jährige Unternehmer an der Generalversammlung vom Freitag in Arbon. Oehler entschuldigte sich auch für Fehler, die er seit seiner Übernahme der Akteinmehrheit der AFG im Jahr 2003 begangen habe.

Bei der Décharge-Erteilung für das Geschäftsjahr 2010 bekam der abtretende AFG-Chef nochmals Gegenwind zu spüren: Der Sprecher einer oppositionellen Aktionärsgruppe rief dazu auf, Oehler die Entlastung zu verweigern. Schliesslich stellten sich die Aktionäre aber dennoch klar hinter Oehler.

Er habe mehr Gegenstimmen erwartet, sagte Oehler. Der AFG-Chef war in den letzten Monaten wegen Unternehmensbezügen in die Kritik geraten. Er soll als Gründer des heutigen Konzernkonstrukts, CEO und VR-Präsident über Jahre Privates und Geschäftliches vermischt haben.

Reinen Tisch gemacht

Der Verwaltungsrat machte darum vor dem Chefwechsel reinen Tisch: Oehler bezahlt dem Unternehmen unter dem Strich 1,8 Mio. Franken zurück und gibt die operative Leitung des Konzerns Anfang Juni an den neuen CEO Daniel Frutig ab. Er bleibt aber als grösster Aktionär im Verwaltungsrat.

Diskussionslos genehmigt wurde die Jahresrechnung 2010. Unter dem Strich verdiente die AFG-Gruppe 14,2 Mio. Franken, nach einem Verlust von 22,5 Mio. Franken im Vorjahr. Deutlich geringere Abschreiber als 2009 hoben das Betriebsresultat trotz gestiegener Rohstoffpreise von 7,7 Mio. Franken auf 47,5 Mio. Franken.

Der Umsatz von 1,4 Mrd. Franken lag 2,1 Prozent höher als im Vorjahr. Als Stützen des Geschäfts erwiesen sich die Heimmärkte, unter denen AFG die Schweiz und Deutschland versteht. Ohne den starken Franken wäre der Umsatz sogar um 5,8 Prozent gestiegen. AFG konnte damit seine Schulden deutlich abbauen.

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SDA-ATS