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Einen Tag nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei hat die grösste Oppositionspartei Albaniens die Regierung des Landes für die drei Todesopfer verantwortlich gemacht.

Der Chef der Sozialistischen Partei, Edi Rama, warf Innenminister Lulzim Basha am Samstag Amtsmissbrauch vor und forderte dessen Festnahme. Den Ministerpräsidenten Sali Berisha bezeichnete Rama ausserdem als "politischen Drahtzieher" hinter den tödlichen Zusammenstössen.

Nachdem der stellvertretende Ministerpräsident wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten war, hatte die Opposition am Freitag an einer Demonstration in der Hauptstadt Tirana Neuwahlen gefordert.

Berisha lehnte den Vorschlag ab und erklärte, die Todesopfer seien von "Banditen" getötet worden, während die Opposition die Sicherheitsbehörden für deren Tod verantwortlich machte.

Wie der Spitalarzt Sami Koceku mitteilte, kamen die drei Männer durch Brust- und Kopfschüsse ums Leben. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurden Ermittlungen aufgenommen. Medienberichte, nach denen bei den gewaltsamen Zusammenstössen vier Menschen getötet worden seien, konnten laut Polizei nicht bestätigt werden.

Über 150 Verletzte

Bei den Zusammenstössen vom Freitag wurden mehr als 150 Demonstranten und Polizisten verletzt. Mindestens fünfzehn Polizeifahrzeuge waren von Demonstranten umgestossen und angezündet worden. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas, Gummigeschossen und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.

An den Protesten nahmen über 20'000 Menschen teil. Nach Angaben der Organisatoren wuchs die Zahl im Laufe der Veranstaltung auf 300'000 an. Die Polizei machte hingegen keine Angaben zur Teilnehmerzahl.

Amnesty International fordert Aufklärung

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte Aufklärung von den albanischen Behörden. "Die Polizei ist für den Schutz der Öffentlichkeit und der öffentlichen Ordnung zuständig, aber sie darf nicht gewalttätig gegen diejenigen vorgehen, die ihr legitimes Recht ausüben, zu protestieren", sagte die stellvertretende Direktorin der Europa- und Asienabteilung von Amnesty International, Andrea Huber.

Die Lage in Tirana blieb nach den Gewaltausbrüchen am Freitagabend am Samstag zunächst ruhig. Die Polizei war aber weiterhin auf den Strassen präsent.

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SDA-ATS