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Fernando Alonso hat (vorerst) genug. Der Spanier zieht sich am Ende der Saison aus der Formel 1 zurück.

Spekulationen über Alonsos Abgang aus der Formel 1 hatten schon längere Zeit die Runde gemacht. Der seit Ende Juli 37 Jahre alte Asturier selber hatte in den vergangenen Wochen nie einen Hehl daraus gemacht, dass der Rückzug eine Option für ihn darstellt. Am Dienstag hat Alonso das Werweissen beendet. Im nächsten Jahr wird er kein Grand-Prix-Fahrer mehr sein. Diesen Entschluss hat er nach eigenen Angaben schon vor Monaten getroffen.

Alonso spricht im Zuge der Verkündung seines Abschieds von "17 wundervollen Jahren in diesem Sport". Er übertreibt damit ein wenig, denn die letzten Jahre waren für ihn alles andere als "wundervoll". Sie waren nicht von Erfolg, sondern primär von Frust geprägt. Vor allem die Zeit nach dem Wechsel von Ferrari zu McLaren auf die Saison 2015 hin verlief in keiner Phase so, wie es sich der Weltmeister von 2006 und 2007 vorgestellt hatte.

Die drei Jahre dauernde Zusammenarbeit mit Honda als Motorenlieferant stand während der gesamten Dauer unter einem denkbar schlechten Stern. Die Japaner waren nie in der Lage, konkurrenzfähige Antriebe zur Verfügung zu stellen. Über das einstige Weltmeister-Team hatte sich mehrfach Hohn und Spott ergossen. McLaren hatte sich mehrfach der Lächerlichkeit preisgegeben. Auch Alonso hielt mit Kritik nie zurück, sprach die Probleme ohne Umschweife an und flüchtete sich nicht selten in Sarkasmus.

Das Hintertürchen

Anstelle von Honda beliefert seit Beginn dieser Saison Renault McLaren mit Motoren. Die erhoffte Besserung hat diese Rochade allerdings nicht gebracht, zumal nunmehr auch das Chassis den hohen Ansprüchen nicht genügt. Für einen vom Erfolg Besessenen wie Alonso war das des Schlechten zuviel. Der Ärger hatte den Ehrgeiz in ihm längst übertüncht.

Für den Fall, dass der Ärger einmal abgeklungen ist und der Ehrgeiz noch einmal im nötigen Umfang zurückkehren sollte, hat Alonso vorgesorgt und sich ein Hintertürchen offen gelassen; von endgültigem Abschied aus der Formel 1 hat er nicht gesprochen. Der Glaube lebt, dass sein aktueller Arbeitgeber die Rückkehr zu einstiger Stärke schaffen wird - und mit ihm Alonsos Hoffnung auf eine mögliche Rückkehr. "Ich weiss, dass McLaren stark zurückkommen wird. Das könnte für mich der richtige Zeitpunkt für ein Comeback sein."

Die Triple Crown

Vorerst aber hat Alonso ganz anderes im Sinn. "Für mich ist der Moment für einen Wandel gekommen", sagt Alonso. "Mal sehen, was die Zukunft bringt. Es warten neue aufregende Herausforderungen. Ich muss neue Abenteuer entdecken." Konkrete Pläne hat der Spanier nicht genannt, doch die Richtung scheint vorgegeben. Alonso dürfte im nächsten Jahr als Teilnehmer in der IndyCar-Serie einen weiteren Anlauf nehmen, um sein (letztes) grosses Ziel als Autorennfahrer zu erreichen: die Triple Crown.

Die "Dreifach-Krone" darf sich aufsetzen, wer zumindest einmal den Grand Prix von Monaco, das 24-Stunden-Rennen in Le Mans und den 500-Meilen-Klassiker in Indianapolis gewonnen hat. In Monte Carlo hat er 2006 und 2007 triumphiert, an der Sarthe vor zwei Monaten an der Seite des Waadtländers Sébastien Buemi und des Japaners Kazuki Nakajima. Um es dem Engländer Graham Hill gleichzutun, der die Bedingungen zur Erlangung der "Triple Crown" als bisher einziger Fahrer erfüllt hat, braucht Alonso noch den Sieg beim "Indy 500".

Neben den WM-Titeln 2005 und 2006 hat Alonso 32 Grand-Prix-Siege in seinem Palmarès stehen. Schön und gut, doch gemessen an seinem Talent liest sich die Bilanz eher bescheiden. Das liegt daran, dass Alonso und seine Berater bei der Karriereplanung zu oft falsche Entscheide gefällt haben. Seinem Stellenwert wird dies nichts anhaben können. Alonso hat seinen Platz im Kreis der besten Fahrer in der Formel-1-Historie auf sicher. Egal, ob er denn noch einmal zurückkommen wird oder nicht.

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SDA-ATS