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Dieses Jahr wurden vier Personen als mutige Kämpfer für Menschenrechte mit dem "Right Livelihood Award" ausgezeichnet: Khadija Ismayilova aus Aserbaidschan, der Inder Colin Gonsalves, der Amerikaner Robert Bilott und die Äthiopierin Yetnebersh Nigussie (von links oben nach rechts unten).

KEYSTONE/EPA TT NEWS AGENCY/JANERIK HENRIKSSON

(sda-ats)

Der Alternative Nobelpreis ehrt in diesem Jahr unermüdliche Kämpfer für die Schwächsten in der Gesellschaft. Der indische Menschenrechtsanwalt Colin Gonsalves bekommt den Preis, weil er seit drei Jahrzehnten moderne Sklaven, Slumbewohner, Frauen und Arme verteidigt.

Sein Menschenrechtsnetzwerk HRLN erstritt unter anderem ein "Recht auf Nahrung", wie die Right Livelihood Award Stiftung in Stockholm mitteilte. Dies ermöglichte kostenloses Schul-Mittagessen und eine Subventionierung von Getreide für 400 Millionen arme Inder.

Der 1952 geborene Inder gilt als einer der erfolgreichsten Menschenrechtsanwälte. Sein Netzwerk vertritt Arme, Slumbewohner, Flüchtlinge und moderne Sklaven vor Gericht. Gonsalves und sein Netzwerk erreichten auch, dass private Krankenhäuser Opfer von Säureattacken kostenlos behandeln müssen. Laut Right Livelihood Stiftung ist es ihr Prinzip, niemals einen armen Klienten abzuweisen.

Eine der je mit rund 105'000 Euro dotierte Auszeichnung geht zudem an die Äthiopierin Yetnebersh Nigussie. Die 35-jährige Rechtsanwältin setzt sich in ihrer Heimat Äthiopien, aber auch weit darüber hinaus für die Rechte von Behinderten und inklusive Bildung ein.

Sie ist selbst seit ihrem sechsten Lebensjahr blind. Dadurch entkam sie laut Right Livelihood Stiftung einer frühen Heirat und konnte auf eine Blinden-Schule gehen. Nigussie gehört zu den Mitbegründern des äthiopischen Zentrums für Behinderung und Entwicklung und arbeitet als Inklusionsbeauftragte für die Nichtregierungsorganisation "Light for the world".

Journalistin trotzt Repressionen

Weiter wurde die investigative Journalistin Khadija Ismayilova aus Aserbaidschan ausgezeichnet. Für die 41 Jahre alte Journalistin gibt es bei ihren Recherchen im autoritär geführten Aserbaidschan kein Tabuthema. Sie deckte auf, wie sich die Familie von Präsident Ilham Aliyev in der öl- und gasreichen Ex-Sowjetrepublik bereicherte.

Oft wurde Ismayilova die Arbeit erschwert. Sie wurde mit der Veröffentlichung von Sex-Videos erpresst und 2014 festgenommen. Wegen Steuerhinterziehung wurde sie zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, nach einiger Zeit aber auf Bewährung freigelassen.

Diese Einschüchterungen seien kein Einzelfall, sagte sie später. In der "Süddeutschen Zeitung" schrieb sie Anfang September: "Das Entführen und Zusammenschlagen von Journalisten ist in Aserbaidschan zur Routine geworden."

Jahrzehnte im Kampf gegen Chemiekonzern

Den undotierten Ehrenpreis erhält der amerikanische Umweltrechtler Robert Bilott. Der Anwalt habe mit seiner Tätigkeit jahrzehntelange Umweltverschmutzung durch die Chemieindustrie ans Licht gebracht, begründete die Stiftung die Preisvergabe. Anfang des Jahres hatte Bilott in einem fast zwei Jahrzehnte andauernden Rechtsstreit mit dem US-Chemiekonzern DuPont den Sieg davongetragen.

Er hatte rund 70'000 US-Bürger vertreten, deren Trinkwasser mit Perfluoroctansäure (PFOA) belastet war. Die Substanz kann zu Atembeschwerden und Krebserkrankungen führen. Bilott erstritt nicht nur eine Entschädigung für seine Mandanten, sondern drängt seitdem auch auf eine bessere Regulierung giftiger Chemikalien.

Der Fall brachte laut Right Livelihood Stiftung zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse über PFOA und führte letztlich dazu, dass die Produktion der gesundheitsschädlichen Chemikalie weltweit nach und nach eingestellt wird.

Mutige Arbeit gegen drängende Probleme

Mit ihrer mutigen Arbeit begegneten die Preisträger einigen der weltweit drängendsten Herausforderungen, erklärte der Direktor der Right Livelihood Award Stiftung, Ole von Uexküll. "In einer Zeit der alarmierenden Rückschläge für die Demokratie zeigen uns ihre Erfolge den Weg zu einer gerechten, friedlichen und nachhaltigen Welt für alle."

Die Alternativen Nobelpreise werden seit 1980 in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben.

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SDA-ATS