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Amnesty International kritisiert die Zwangsräumungen von Flüchtlingslagern in Haiti, in denen Opfer des verheerenden Erdbebens vom Januar 2010 untergebracht sind. Die Räumungen verschlimmerten die verzweifelte Situation der Obdachlosen noch zusätzlich, stellt Amnesty fest.

Fast 1000 Familien seien zwischen Januar und März dieses Jahres gewaltsam aus ihren Unterkünften in den Flüchtlingslagern vertrieben worden, teilte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag in London bei der Vorstellung eines Berichts über die Zwangsräumungen mit. Die meisten Räumungen seien direkt von den Behörden in Auftrag gegeben oder aber von ihnen toleriert worden.

Die Bitten von Amnesty International und anderen Nichtregierungsorganisationen, keine Zwangsräumungen mehr durchzuführen, seien bei der haitianischen Regierung auf taube Ohren gestossen, sagte Javier Zuñiga von Amnesty International. Die Zwangsräumungen würden nicht nur weiterhin durchgeführt, sondern es seien in diesem Jahr sogar noch mehr geworden.

Zwischen Juli 2010 und Dezember 2012 waren laut Amnesty bereits 60'978 Menschen aus ihrem Heim vertrieben worden, nun kamen noch einmal 977 Familien hinzu. Zwangsräumungen betreffen demnach mehr als ein Viertel der 320'000 Menschen, die auch drei Jahre nach dem Erdbeben noch immer in Lagern untergebracht sind.

Katastrophale Lebensbedingungen

Die Zwangsräumungen sind allerdings laut Amnesty nur ein Problem von vielen: Die Lebensbedingungen in den Camps würden immer schlimmer. Es gebe kaum Zugang zu Wasser und die mangelnden sanitären Einrichtungen und die Abfallberge stellten für die Bevölkerung ein zunehmendes Infektionsrisiko dar.

Die mangelhafte Sicherheit in den Lagern führe dazu, dass die Bewohner in ständiger Angst lebten. Vor allem Mädchen und Frauen seien häufig Opfer sexueller Gewalt.

700'000 Wohnungen zu wenig

Schon vor dem Erdbeben lebten in Haiti unzählige Menschen ohne angemessene Behausung. Internationale Organisationen schätzen, dass es bei einer Bevölkerung von über 10 Millionen Menschen rund 700'000 Wohnungen zu wenig gibt.

Die haitianische Regierung sei sich bewusst, dass etwas geschehen müsse, hiess es von Amnesty weiter. Sie entwickle zum ersten Mal in der Geschichte des Landes eine Wohnbaupolitik.

Die Regierung bemühe sich, die Folgen des verheerenden Erdbebens in den Griff zu bekommen. Dabei sollte sie die Chance ergreifen, das Wohnungsproblem in Haiti anzugehen, wie Zuñiga von Amnesty sagte. Die Behörden dürften bei ihren Plänen zum Wiederaufbau die Achtung der Menschenrechte nicht in den Hintergrund stellen.

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SDA-ATS