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Bei der Präsidentschaftswahl in Simbabwe hat der Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa von der Regierungspartei Zanu-PF eine knappe absolute Mehrheit erzielt. (Archivbild)

KEYSTONE/EPA REUTERS POOL/MIKE HUTCHINGS / POOL

(sda-ats)

In Simbabwe hat Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa die Präsidentschaftswahl gewonnen. Auf Mnangagwa entfielen 50,8 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission in der Nacht zu Freitag mitteilte.

Sein Gegner, Nelson Chamisa, kam auf 44,3 Prozent der Stimmen. Chamisas Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) erkannte das Ergebnis nicht an. Chamisa zögerte jedoch, die Wahl gerichtlich anzufechten. Das käme einem Gang in die Löwengrube gleich, sagte er.

Bei der Wahl am Montag wurde nicht nur ein neuer Präsident, sondern auch ein neues Parlament gewählt. Es waren die ersten Abstimmungen seit der Entmachtung des langjährigen Herrschers Robert Mugabe durch das Militär. Der 75-jährige Amtsinhaber Mnangagwa ist ein früherer Vertrauter Mugabes. Der 40-jährige Chamisa ist Anwalt und Pastor.

Ruhe nach Krawallen

Bei der Parlamentswahl erhielt die regierende Partei Zanu-PF von Präsident Mnangagwa die Zwei-Drittel-Mehrheit und kann damit sogar die Verfassung ändern. Chamisa warf der Regierungspartei aber Wahlbetrug vor. Zweifel an der Unabhängigkeit der Wahlkommission äusserten auch EU-Wahlbeobachter. Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der Parlamentswahl kam es am Mittwoch zu Krawallen, bei denen sechs Menschen ums Leben kamen.

Die Lage in Harare war in der Nacht auf Freitag ruhig, aber angespannt. Die Armee patrouillierte in vielen Strassen.

Am Donnerstag hatte die Polizei die Zentrale der Oppositionspartei MDC in der Hauptstadt Harare gestürmt. 16 Menschen wurden festgenommen. Da sich die Wahlergebnisse nicht überprüfen liessen, werde er sie auch nicht anerkennen, sagte der Parteivorsitzende Morgen Komichi am Donnerstag während der Bekanntgabe des Ergebnisses durch die Wahlkommission. Er wurde daraufhin von der Polizei abgeführt.

Misswirtschaft und Rekordarbeitslosigkeit

Die historische Abstimmung am Montag war die erste Wahl ohne Robert Mugabe, der fast vier Jahrzehnte lang in dem Staat an der Macht war. Einst als Freiheitskämpfer gefeiert, stürzte er das Land im Süden Afrikas in eine tiefe Krise, in der es heute noch steckt: eine kaputte Wirtschaft und Rekordarbeitslosigkeit.

Im vergangenen November hatte die Armee Mugabe nach 37 Jahren an der Macht zum Rücktritt gedrängt. Sein Amt übernahm der frühere Geheimdienstchef und Verteidigungsminister Mnangagwa. Mugabe stand seit der Unabhängigkeit Simbabwes von Grossbritannien 1980 an der Spitze des Staates. Ihm wurden Menschenrechtsverletzungen und Korruption vorgeworfen.

Mnangagwa versuchte zuletzt, Investoren ins Land zu holen, um die am Boden liegende Wirtschaft anzukurbeln. Viele Investoren hielten sich mit einem Engagement in dem rohstoffreichen Land aber zurück, weil sie zunächst die Wahlen abwarten wollten.

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SDA-ATS